2017 Frieden ist das Wort der Kinder

Neujahrsempfang der Gemeinde 2017 im vollbesetzten Kultursaal – Jugend bestreitet Programm

Die Sitzplätze im Kultursaal, wohin Bürgermeister Peter Kern die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde zum traditionellen Neujahrsempfang mit unterhaltsamem Programm eingeladen hatte, reichten bei Weitem nicht aus. Rund 500 Hände schüttelten der Ortschef und seine Gattin zur Begrüßung der Gäste am Eingang.

Traditionell startete der Abend mit dem Gruß der Schornsteinfeger als Glücksbringer und dem Segen der Sternsinger der katholischen Kirchengemeinde. In seiner Begrüßung verzichtete der Bürgermeister darauf, die meisten Gäste, davon zahlreiche Prominente aus Nachbargemeinden, nochmals persönlich anzusprechen. „Sie sind so viele, da muss ich kapitulieren, ich bräuchte einfach zu lange!“ entschuldigte er sich. Allerdings spannte er einen Bogen zu den Nachbargemeinden, insbesondere nach Schifferstadt, das bei einem Blick auf die Gründung der politischen Gemeinde Limburgerhof mit 345 Hektar den größten Gebietsteil abgetreten hatte. Ein Grund, seine Amtskollegin Ilona Volk extra zu grüßen.

Anspruchvolles Programm

Das anspruchsvolle Rahmenprogramm hatte Kern diesmal überwiegend der Jugend anvertraut. Die neunjährige Pia Buch (Bild), Erste bei „Jugend musiziert“, eröffnete den Neujahrsempfang begeisternd mit ihrer Viola, am Klavier begleitet vom Leiter der Kreis-Musikschule Christoph Utz, mit dem Allegro aus dem Concertino d-moll von Leopold Beer. Amüsant war der flotte Auftritt der Purzelgarde des 1. KVL. Und mit einem beeindruckenden Tanz imponierte KVL-Tanzmariechen Lilli Groß. Von der Kreis-Musikschule präsentierte das „Violaquartett“ Isabel Martin, Kathrin Kaufmann, Lisa-Marie Köppl und Geburtstagskind Constantin Sold bravourös den Bratschentanz von Ian Gammie und Contrabajeando von Astor Piazzolla. Beide Stücke eine beachtliche Leistung der durchweg 14-jährigen Künstlerinnen und Künstler.

Danken für das, was uns für unser Leben gegeben ist

In seiner Neujahrsrede verknüpfte Kern lokale Gegebenheiten mit weltweitem Geschehen. Einige Auszüge:

„Eine Gemeinde wird ihren Bürgern dann zur Heimat, wenn sie ein Gefühl der gegenseitigen Verbundenheit spüren können und wenn sie ihre vielen Einzelinteressen gut aufgehoben sehen in dem großen Ganzen ihrer Gemeinde. Oder ganz praktisch ausgedrückt: Wenn man einander auf der Straße begegnet, sich wiedererkennt und grüßt. Dazu kann auch ein Neujahrsempfang beitragen. An solch einem Abend kann man auch ruhig einmal einem Stück Dankbarkeit Ausdruck verleihen für das, was uns für unser Leben gegeben ist.

Mit großer Besorgnis erfüllt uns derzeit manches, was auf dieser Welt geschieht. Manche zündeln mit Worten aber auch mit Taten fahrlässig und nicht immer mit Achtung für die Seele oder gar das Leben der Menschen. Unsere Welt ist so komplex, so vielschichtig und in vielerlei Weise miteinander verflochten. Diesem wird man nicht mit einfachen und sogenannten „starken“ Lösungen beikommen können. Solchem Vorgehen sollten wir misstrauen und dagegensetzen. Ich spreche nicht einem „Weiter so“ das Wort, sondern vielmehr möchte ich sagen, dass eine gute Zukunft in besonnener menschenfreundlicher Differenziertheit errungen werden will.

Schauen Sie, die Kinder der 4. Klassen haben mir wieder ihre Wünsche für das neue Jahr aufgeschrieben. Das Wort, das von ihnen dabei am allermeisten benutzt worden ist, ist nicht das Wort „Glück“, so wie es die meisten Erwachsenen in ihren Neujahrswünschen zum Ausdruck geben, sondern das Wort „FRIEDEN“. Melissa schreibt, sie wünsche sich, „dass auf der ganzen Welt Frieden herrscht und die Kinder weiter leben können“. Oder, so steht da: „Ich wünsche mir, dass der Krieg in Syrien aufhört, damit die Menschen ein Zuhause haben können.“ Kristina wünscht sich, „dass es keine Anschläge mehr gibt.“ Und Alexander wünscht sich, „dass 2017 ein friedliches Jahr wird“.

Wie viel Hoffnung ist in diesen Kindern. Wie viel geradezu geschwisterliches Denken an all die anderen Kinder dieser Welt. Wie viel noch vom Leben ungetrübte Freude am Leben, am Lebenwollen spricht aus ihren Wünschen. Die Tragödien der Kinder im Mittelmeer sollten uns ein Stachel im Fleisch sein und bleiben. Die Kinder, die heute in Limburgerhof aufwachsen, die unsere Kindergärten und Schulen durchlaufen – es wird soviel darauf ankommen, was sie in solch einer Gemeinde gegenseitig und von uns Erwachsenen lernen. Geht es doch darum, dass wir helfen, sie in eine zukunftsoffene Welt freigeben zu können – eine Welt, die den Frieden so dringend braucht. Und dass alle daran mitwirken können, soviel es ihnen möglich ist.

Den Worten eines Schülers: „Ich wünsche mir, dass es uns Menschen hier in Limburgerhof weiterhin gut geht und dass wir alle gesund bleiben“, schließe ich auch meine Wünsche für Sie alle, liebe Limburgerhofer, und auch für Sie, unsere Gäste, an. Julia in der 4. Klasse fügte am Ende hinzu: „Ich freue mich auf das Jahr 2017!“ Möge Julias Freude auch uns anstecken!“

Jung und junggeblieben

Wie üblich standen auch Ehrungen auf dem Programm. „Ein ganz Junger und ein noch Junger“ bezeichnete Peter Kern den 17-jährigen Erik Heidrich, erfolgreich bei der Jugend-Europameisterschaft der Gehörlosen mit Silber bei Diskus und Kugel sowie Pfalzmeister beim Kugelstoßen, und Horst Schlindwein, erfolgreicher Turner, der mit 78 Jahren noch als Trainer für Turnen und Trampolin in Limburgerhof und Schifferstadt aktiv ist.
Den furiosen Schlussakkord setzte das „Twister-Trio“ Katharina Weber, Fabian Heidemann und Sänger Marius Hardt, das sich in der Region, unter andrem als Sieger des Showwettbewerbs „It's Showtime“ schon einen Namen gemacht hat. Zum Thema „Der Maler und sein Bild“ sang und spielte Marius auf der Gitarre den Song „Move together“ während Katharina und Fabian einen so anmutigen Tanz zelebrierten. Nach dem folgenden frenetischen Applaus gab der Bürgermeister das kalte Büffet frei, bei dem neben erfrischenden Getränken 24 kg frische und mit „Hausmacher Worscht“ belegte Brotscheiben – gestiftet von der Firmen Hardt und Görtz - auf die Gäste warteten (hdk).