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Kläranlage

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Lokale Agenda informiert sich über die Kläranlage



Die AGENDA 21 (Was zu tun ist im 21. Jahrhundert) misst dem vorsorgenden Schutz der Gewässer eine besondere Bedeutung zu. Deshalb haben sich die Mitglieder der Lokalen Agenda Limburgerhof am 8. Februar 2010 einmal gründlich über die Abwassereinigung in unserer Kläranlage informiert, und zwar in Gegenwart des Bürgermeisters Dr. Peter Kern, des Werksleiters Willi May und des technischen Betriebsführers Reiner Bentz von der KEN/WRH (Wasser Ver- und Entsorgung Rhein-Haardt). Der Abwassermeister der Kläranlage Limburgerhof-Neuhofen, Peter Hergenröder, gab zunächst an der Schaltwarte einen Überblick über den gesamten Ablauf der Abwasserreinigung und -klärung. Später erfolgte ein Rundgang entlang des Abwasserweges durch die Anlage.
Es ist für den Laien erstaunlich, welches technische und chemische Know-how für die Reinigung unseres Abwassers notwendig ist und welchen langen Weg das Abwasser in der Anlage durchlaufen muss, ehe es weitgehend gereinigt in den Rehbach fließt. Das beginnt bei der mechanischen Reinigung von sperrigen Feststoffen, wie Lumpen, Holz und Kunststoffteile, sowie bei der Sand- und Fettabscheidung. Es folgt eine Vorklärung des Abwassers, wobei sich ungelöste Stoffe als sog. Primärschlamm absetzen. Im biologischen Teil werden organische Abwasserbestandteile bei hinreichender Sauerstoffzufuhr durch Mikroorganismen abgebaut. Im weiteren Verlauf der „Reise“ durch die Klärbecken kommt es zur Nitrifizierung des Ammoniumgehaltes im Abwasser. Das dabei entstehende Nitrat wird anschließend durch spezielle, im Klärschlamm enthaltene Bakterien denitrifiziert (diese Bakterien entnehmen ihren Sauerstoffbedarf dem Nitrat). Es entsteht atmosphärischer Stickstoff, der schadlos in die Luft entweichen kann. Im letzten Teil erfolgt noch die Fällung von Phosphat. Das in den Rehbach eingeleitete gereinigte Wasser enthält dann nur noch geringe Anteile an Stickstoff- und Phosphatverbindungen, also von den Stoffen, die für die Eutrophierung von Gewässern im Wesentlichen verantwortlich sind.
Der bereits voreingedickte Faulschlamm bleibt dann unter Luftabschluss bis zu 23 Tagen im geschlossenen Faulturm. Das dabei entstehende Methangas wird als Energiequelle für die Heizung im Bereich der Kläranlage benutzt. Nun kann der Faulschlamm praktisch geruchslos und stabilisiert gelagert und zur Verbrennungsanlage abtransportiert werden.
Am meisten machen der Kläranlage zu hohe Salzgehalte, z.B. nach Schneefall vom Streusalz, sowie Öle und Fette zu schaffen. Letztere erschweren den biologischen Reinigungsprozess erheblich. Größere Fettreste gehören daher nicht in den Ausguss, sondern nach Erstarren zum Restmüll. Dort sind sie sogar zusätzliche Energiequelle bei der Müllverbrennung. Restöle können in geschlossenen alten Behältern entsorgt werden. In den Abwasserleitungen können Fette außerdem allmählich zur Verstopfung der Leitungen führen.

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