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Neu ins Leben finden

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Betreuung von Schwerstpflegebedürftigen und Wachkomapatienten in Limburgerhof

Schon lange weiß das Caritas-Altenzentrum St. Bonifatius Limburgerhof um die Versorgungslücke von jungen Schwerstpflegebedürftigen (Bild) und Menschen im Wachkoma in der Region. Daher eröffnet es im Oktober 2006 einen Fachpflegebereich mit 17 Plätzen für Betroffene, deren Hilfebedarf so hoch ist, dass sie auf Dauer stationäre Hilfen in Anspruch nehmen müssen.
Direkt dem Altenzentrum angeschlossen, bietet die neue Station ihren Bewohnern eine ganzheitliche Betreuung und Förderung nach modernsten pflegerischen und sozialtherapeutischen Gesichtspunkten. Für Menschen, die in ihrer Wahrnehmung und Mobilität massivst beeinträchtigt sind, bieten Struktur und spezielle Pflegekonzeption der „Jungen Pflege“ hervorragende Bedingungen.
Neben den therapeutischen Angeboten Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie steht zudem ein sogenannter „Snoezelenraum“ zur Verfügung, welcher mit seiner Ausstattung (z.B. Musikwasserbett) gezielt auf individuelle Bedürfnisse eingeht und nur durch die finanzielle Unterstützung der ZNS-Hannelore-Kohl-Stiftung ermöglicht werden konnte. Die Bewohnern leben in freundlich gestalteten Einzelzimmern. Ein großzügiger Gemeinschaftsraum bietet Platz für unterschiedlichste Aktivitäten.
Die Mitarbeiter der Einrichtung zeichnen sich durch langjährige Erfahrung in Pflege und therapeutischer Förderung aus. Eine sozialpädagogische Betreuung und Begleitung der Bewohner und ihrer Angehöriger ist ebenfalls gewährleistet. Betroffene Menschen finden hier ein neues, liebevolles Zuhause und ein Lebensumfeld, in dem sie Zuwendung erfahren und die Möglichkeit haben, sich nach eigenem Tempo zu entwickeln.


Leben im Wachkoma

Menschen im Wachkoma sind keine leblosen Körperhüllen. Es sind Menschen, die nach einer schweren Schädel-Hirn-Verletzung den Weg zurück in eine Gesellschaft finden müssen, die meist nicht weiß, was es bedeutet, im Wachkoma „stecken zu bleiben“.
Ein Wachkoma (apallisches Syndrom) erleiden allein in Deutschland jährlich ca. 5000 Menschen– Tendenz steigend. Die Ursachen sind zahlreich, doch führen besonders Verkehrsunfälle häufig zu diesem Zustand. Aber auch der Herzinfarkt kann dazu führen, wenn der Betroffene zwar wiederbelebt werden konnte, das Gehirn jedoch durch Sauerstoffmangel Schädigungen zurückbehalten hat. Hochmoderne Intensivmedizin ermöglicht es, dass immer mehr Menschen selbst schwerste Hirnverletzungen überleben – leider aber auch um den Preis schwerer körperlicher und geistiger Folgeschäden.
So verfügen Menschen im Wachkoma zwar über einen Schlaf-Wachrhythmus, sie atmen in der Regel selbstständig, empfinden Emotionen wie Freude, Trauer oder Schmerz. Eine eigenständige Kontaktaufnahme zu ihrer Umwelt ist ihnen jedoch nur bedingt, im günstigsten Fall nonverbal, möglich. Einen Weg der nonverbalen Kommunikation zu finden ist schwierig und bedarf großer Geduld. Daher benötigen Menschen im Wachkoma die Unterstützung und Ansprache durch feste Bezugspersonen, die ihnen immer wieder durch ihr liebevolles Handeln vermitteln: „DU bist gemeint“!
Obwohl eine Rückbildung der Gehirnverletzungen grundsätzlich möglich ist (je jünger die Betroffenen, desto günstiger die Prognose), bleibt ein Mensch im Wachkoma meist dauerhaft auf Hilfe angewiesen. Ca. 70% aller Betroffenen werden nach Ausschöpfung rehabilitativer Möglichkeiten im häuslichen Umfeld von ihren Familien gepflegt.
Weitere Informationen bei: Ursula Sigl, (Heimleitung), Tel: 06236/470-1103


Selbsthilfegruppe für Angehörige

Seit gut einem Jahr existiert am Caritas-Altenzentrum eine Selbsthilfegruppe, in der sich Angehörige von jungen Schwerstpflegebedürftigen/Menschen im Wachkoma treffen.
Angehörige befinden sich in einer schwierigen Situation: vom Akutereignis ihres Familienmitgliedes überrascht, müssen sie sich in kürzester Zeit auf ein völlig neues Leben einstellen. Hinzu kommen meist noch finanzielle Sorgen und nicht selten fühlen sie sich von ihren Freunden und Verwandten „im Stich gelassen“.
„Angehörige benötigen vor allen Dingen den regelmäßigen Austausch mit anderen Betroffenen“, so die Sozialpädagogin Stefanie Kreutz, Mitarbeiterin des in St. Bonifatius und Leiterin der Angehörigengruppe. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, organisierte sie das mittlerweile etablierte Angebot, das einmal im Monat ca. 10-15 Betroffene nutzen. Im Vordergrund jedes Treffens (jeder 4. Mittwoch im Monat, 17 Uhr, Dachzimmer 2. OG des Altenzentrums) stehen ein intensive Gespräche, aber auch themenspezifische Vorträge oder gemeinsame Ausflüge werden angeboten.
„Die Gruppendynamik ist beeindruckend“, so Kreutz weiter. „Es ist toll zu sehen, wie sich die Teilnehmer gegenseitig unterstützen und Kraft geben.“ Das Angebot ist kostenlos und richtet sich an alle Angehörigen. Neue Mitglieder und Interessierte sind jederzeit willkommen.
Ansprechpartnerin: Stefanie Kreutz, (Dipl. Sozialpädagogin), Bereich Junge Pflege, Tel: 06236/470-1442

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Hausgemeinschaft für dementiell Erkrankte eröffnet im Oktober

Aufgrund der demografischen Entwicklung - mehr ältere Menschen in unserer Gesellschaft - gewinnt die Betreuung dementiell erkrankter Menschen an Bedeutung. Von derzeit 60.000 Heimplätzen im Bundesgebiet sind nur die wenigsten auf deren erhöhten Betreuungsaufwand ausgerichtet.
Ab Oktober bietet das Caritas-Altenzentrum 15 dementiell Erkrankten ein neues Zuhause, dass diesen besonderen Bedürfnissen Rechnung trägt. Neben der normalen Pflege kümmern sich „Alltagsmanagerinnen“ ganztägig um die Wohngemeinschaft. Im Mittelpunkt stehen tagesstrukturierende Angebote, welche dem bisher gewohnten Alltagsleben der Bewohner entsprechen. Von einfachen hauswirtschaftlichen Tätigkeiten wie Backen, Kochen, Tisch decken bis zur gemeinsamen Freizeitgestaltung (Bild) wird ein familienähnliches Milieu geschaffen, in dem sich die Bewohner sicher und geborgen fühlen.
In St. Bonifatius findet am 10. September ein Nachbarschaftstreffen statt. Interessierte können sich an diesem Tag ausführlich informieren.
Ansprechpartnerin: Gabriela Mohr (Dipl. Sozialpädagogin), Tel. 06236/470–1111.

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