Meine sehr verehrten Damen und Herren !
Sie alle, die sie so zahlreich gekommen sind, darf ich ganz, ganz herzlich begrüßen. Wie eine Gemeinde mit ihrer Feuerwehr umgeht, ist ein Gradmesser dafür, wie sie mit den Menschen umgeht, die in Gefahren ehrenamtlich ihren Dienst tun. Es ist auch ein Gradmesser dafür, wie sie mit ihrem eigenen Gemeinwesen umgehen.
Daher ist dieser Tag ein großer Tag und ein Markstein für die Gemeinde Limburgerhof! Er trägt aus verschiedenen Gründen viel Bedeutung in sich!
Um so mehr freuen wir uns, dass Sie, sehr geehrter Herr Minister Bruch, der sie in unserem Land die Verantwortung tragen für die Polizei, den Sport und die Feuerwehr, nach Limburgerhof gekommen sind. Limburgerhof, diese relativ kleine Gemeinde, die aber als Wohngemeinde und als Forschungsstandort der BASF mit rund 1.600 Mitarbeitern sicherlich eine wichtige Gemeinde der Metropolregion auf der linken Seite des Rheins ist. Sie, Herr Minister, geben mit ihrer Anwesenheit diesem Tag eine besondere Würde!
Begrüßen möchte ich unsere Bürgerinnen und Bürger. Begrüßen möchte ich die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden, an der Spitze Herrn Wehrleiter Thomas Streun. Stolz sind wir auf unsere Jugendfeuerwehr unter der Leitung von Christoph Rahnke. Herzlich begrüße ich unseren Ehrenwehrleiter Erwin Konradt sowie Herrn Altbürgermeister und Ehrenbürger Heinrich Zier. Herzlich begrüße ich die Vizepräsidentin des Landtages Hannelore Klamm. Es ist uns eine große Freude aus unserer Feuerwehrpartnerschaft seit 20 Jahren Herrn Bürgermeister Werner Hönicke aus Kakau in Sachsen-Anhalt sowie Herrn Wehrleiter Andreas Schulz willkommen heißen zu dürfen. (Weitere Gäste wurden begrüßt: Erster Polizeihauptkommissar der Polizeiinspektion Schifferstadt Uwe Stein, Kontaktbeamter Bernd Krächan, Standortleiter des Agrarzentrums der BASF Dr. Lux, Leiter der Werksfeuerwehr der BASF Rolf Hasselhorst, Hauptmann der Patenkompanie in Speyer Herr Wahl, Bürgermeister aus Mutterstadt Hans-Dieter Schneider, Kreisfeuerwehrinspektor Speichermann, Geistliche Frau Heiner, Frau Kompa, Herr Grimm, Beigeordnete und Ratsmitglieder aus Limburgerhof, Vorsitzender des Fördervereins Loose, eigene Mitarbeiter)
Meine Damen und Herren, Limburgerhof ist in diesem Jahr 80 Jahre alt, 80 Jahre selbstständige Gemeinde! Sie wurde damals von dem aus Speyer stammenden bayerischen Innenminister Karl Stützl verfügt aufgrund des Begehrens einiger Politischverantwortlicher und vieler Bürger. Da wo wir im Augenblick stehen, war die alte Gemarkung „Mutterstadt“. Das erste damalige Wohngebiet „Alte Kolonie“ welches kaum 100 Meter von hier entfernt liegt, stand in der Gemarkung „Schifferstadt“. Der Wunsch nach einer eigenen schlagkräftigen Feuerwehr war einer der wichtigen Gründe für die Zusammenlegung von vier Gemarkungsteilen zu einer abgerundeten eigenen Gemeinde. Am Anfang stand, so können wir in den Annalen lesen, „1 Standrohr, 2 Stahlrohre und 100m Schlauch“.
40 Jahre später wurde unter dem damaligen Bürgermeister Dr. Luther und dem legendären Wehrleiter Georg Cappel dieses Feuerwehrhaus gebaut. Es war Kostengründen nicht unumstritten, genau so wie heute auch. Es kostete damals 770.000 DM. Ein Zehntel davon, nämlich 110.000 DM gab es als Landeszuschuss. Landrat Dr. Schädler bezeichnete diesen Neubau damals als „beispielhaft für den ganzen Landkreis, die Pfalz, ja sogar für das Bundesland Rheinland-Pfalz“. Es gingen weitere 30 Jahre ins Land, dass Jahr 2000. Die Gemeinde hatte sich rasant entwickelt. Große Objekte waren inzwischen gebaut worden: Hochhäuser, Ortszentrum, Altenzentrum. Eine Modernisierung schien unumgänglich. Vor allem auch die Erfordernisse des Agrarzentrums drängten zu Veränderungen. Der Ausbildungsstandard unserer Feuerwehrleute hatte die in diesem Feuerwehr vorhanden technischen Einrichtungen längst überholt. Die Modernisierung scheiterte jedoch an finanziellen Erwägungen.
Anfang April 2007, also vor etwas mehr als 3 Jahren, wurden erneut Gespräche unter Zusammenführung alles Fraktionen mit der Feuerwehr begonnen. Thomas Streun gelang es, kompetent und eindringlich die Einsicht in die Notwendigkeit einer Modernisierung des Feuerwehrhauses zu entfachen. Bereits im Oktober 2007, also ein halbes Jahr später, fasste der Gemeinderat den Beschluss auf Beantragung einer Bezuschussung beim Innenministerium. Exakt 1 Jahr später, im Oktober 2008 war Baubeginn.
Wie vieles im Leben, wie auch in der Politik, und auch auf einer Baustelle läuft nicht immer alles glatt. Da gab es falsche Massenberechnungen, und Manches der hochkomplizierten Infrastruktur dieses Hauses war in der Kostenschätzung nicht enthalten. Oder: Da war z.B. die Bodenplatte, da wo wir jetzt drauf stehen. Es stellte sich heraus, dass sie nur 4 cm dick war und sie lag zusammen mit einer dünnen Stahlbewehrung auf dem nackten Sandboden. Eins muss man denen von vor 40 Jahren jedoch lassen: Es hatte gehalten! Wir aber konnten es so nicht belassen. Folge: Mehrkosten! Wir hatten inzwischen längst das Architekturbüro gewechselt und ich möchte mich ganz besonders bei dem Büro Horlacher, besonders bei Herrn Dipl.-Ing. Höfer bedanken, dass sie in eine teilweise verfahrene Sache eingestiegen sind. Herr Höfer ist es gleichsam mit eiserner Hand zusammen mit Herrn Streun und Herrn Hauswald gelungen , die Kosten auf das Notwendigste zu beschränken. Alles Beteiligten haben an diesem engen Korsett zwischen Notwendigem und Kostenminimierung intensiv gearbeitet. Herausgekommen ist ein saniertes und erweitertes Feuerwehrhaus, das nach meiner Auffassung eine funktionale und ausmaßbezogene Punktlandung ist: nicht zu groß und nicht zu klein! Das , was notwendig ist, um die Aufgaben der Feuerwehr im Brand- Katastrophenschutz nach mordernsten technischen Entwicklungen für die Menschen in Limburgerhof erfüllen zu können. So kommen die 1,6 Millionen Euro Kosten zustande! Nach meiner Einschätzung Ausdruck von Maß und Notwenigkeit.
Wir haben ja auch große Verantwortung für die Sicherheit unserer Feuerwehrleute. Ihr Einsatz ist so oft ein Herausreißen aus der häuslichen Gemütlichkeit zum Dienst jederzeit, ein Dienst bei dem immer auch Risiken, Gefahren und persönliche Verletzbarkeit dabei sind.
Dabei ist es sicherlich gut zu wissen, wie viel personelle Kontinuität bei unserer Feuerwehr herrscht. Von 1950 an , als der bereits erwähnte Georg Cappel sein Dienst als Wehrleiter begann bis heute zu unserem Wehrleiter Thomas Streun, also in einem Zeitraum von 60 Jahren, gab es nur noch einen Wehrleiter dazwischen, nämlich Erwin Konradt, unseren Ehrenwehrleiter, der freilich selbst schon zur Ikone eines selbstlosen Dienstes mit Kontinuität und Verlässlichkeit der Feuerwehr geworden ist – genauso wie z.B. die Feuerwehrkameraden Ralf Tremmel, Jürgen Theis und Hans-Jürgen Fuchs. Und weil das alles so ist und diese Feuerwehrkameraden kein Vorbild bei denen suchen, die heute viel zu früh nach kurzer Zeit aus der Verantwortung für die Menschen laufen, sage ich ihnen allen heute stellvertretend für die ganze Bürgerschaft herzlichen Dank!
Unsere Feuerwehrleute haben im übrigen in der 2-jährigen Bauphase mit ganz erheblichen Eigenleistungen beigetragen und ihren Dienst bei allen Unbillen mit Geduld und Verständnis vorgeführt. Mein Dank gilt allen, die für das Gelingen dieses wichtigen Projekts für unser Gemeinwesen Limburgerhof beigetragen haben!
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