Emanuel Hook im „Residenz-Hotel“, schon zum 2. Mal. Das bringt Farbe in dieses lebendige Haus. Konzentrierende Blickfänge. Lichtblicke - im wahrsten Sinne des Wortes. Für den Raum und für die Seele. Hook´sches Ouevre: Es ist lebensfroh, sinnenfroh, lebenshungrig.
Aber halt. Ich beginne zu definieren, worüber nicht verfügt werden kann, nicht verfügt werden darf. Schon gar nicht über Manuel Hook. Es gibt viele Zitate über Kunst. Keines davon trifft auf Manuel Hook zu. Denn: Er ist wohl einmalig. Solitär. Authentisch.
Versuch einer Annäherung aus freundschaftlicher Zuneigung! Soviel: Manuel Hook, der Umtriebige, der Unruhige, lässt sich von Neuseeland finden. Bizarre Natur von unglaublicher Schönheit. Weite. Die Menschen dort haben einen anderen Umgang mit Raum und Zeit. Und mit der Natur. Manuel Hook gräbt Bäume aus, die unter der Erde liegen – länger als jegliches Menschengedenken. Schätze aus Gestalt, Material und Farbe fördert er zu Tage, und formt sie zu neuer Gestalt – zum Gebrauchen, zum Öffnen und Ordnen vorher nicht gekannter Räume und Interieurs. Zum Nutzen für satte und echte Lebens-qualität. Er ist begeistert und erhält tiefe Eindrücke.
Vielleicht spiegeln diese neuen Horizonte seelenverwandtartig – sein eigenes Inneres. Er malt und findet in den reichen und hellen Farbtönen des Grüns der Natur, des Blaus der unendlich weiten Himmel dort, und in den Pigmenttönen der weiß-, gelb-, ocker-, rot- und braunfarbenen Erde neue Anstöße, unverwechselbare Ideen, ungewohntes Material für seine Bilder. Er nimmt diese warme Erde, die er dort mit seinen Händen ausgräbt, und trägt sie auf die Leinwand auf. Häufig explosionsartig, wie er selbst sagt, setzt er seine Eindrücke um. Wer ihn genauer kennt, erfährt, welche Herausforderung solche Schaffensprozesse sind. Und wie viel Materialkenntnis, wie viel Können, wie viel Disziplin notwendig sind, um zur Freiheit seiner Kunstwerke zu gelangen.
Er, der in der Unruhestädten der Welt wie New York oder Tokio zu Gast ist, findet in den Weiten Neuseelands genug seelenruhige Tiefe zum Schaffen. Und malt beispielsweise turmartige, sich oben ins Weite öffnende Gebilde, Symbole des Behaustseins – inmitten der Weite des Raumes. Bilder, die die Formen und Farben, die Kräfte ins spannungsvolle Verhältnis setzen. Spannungen, welche immense Kräfte und Energien freizusetzen. Freisetzen im Raum, aber vor allem im Betrachter - in uns.
Man könnte sagen, er, der Unruhige, stößt in seinen Werken neue Welten, neue Horizonte auf – und findet am Ende seiner jeweiligen Schaffensprozesse die gesuchte Ruhe. Ruhe aber – sie ist Heimkehr zum Sinn. Uns, die wir alle unterwegs sind, eröffnet er mit seinen Kunstwerken Sinn. Wer Manuel Hook begegnet, dem begegnet – so empfinde ich es – vorbehaltslose Bejahung. Und er erhält menschenfrohe Anstöße, das Leben leben zu helfen. Diese bejahende, lebensspendende Dynamik ist tief im Innern, aber auch im Äußeren seiner Kunst verankert. Manchmal wissen Menschen, Künstler, nicht, was für ein Schatz sie für andere sind.
Schmunzeln musste ich gestern Abend – als wir mit Pit und Hermann zusammensaßen - wie Manuel sich selber mit selbstironischem Humor bedachte. Auf meine Frage: Warum malst du das alles und was treibt dich? antwortete er: Weil ich mir einen ´Hook´ nicht kaufen kann, deswegen mal ich mir einen selber. Bescheidenheit! Auch ein bisschen Stolz. Mit Recht. Und Humor. Eine Gewitztheit, die die Welt verstanden und durchschaut hat.
Soviel will ich am Ende festhalten: Für unseren Weg, auf dem wir alle sind, uns selbst zu finden, uns zurecht zu finden in dieser Welt und unsere Welt sinnhaft zusammen zu bringen - ist Manuel Hook mit seinem Wesen und seiner Kunst ein W e g b e r e i t e r.
Einer, der sich durchgeboxt hat, für den Schaffensprozesse allemal Wege zur Freiheit sind, zieht die Menschen an, bringt sie zusammen – wie uns Gratulanten heute morgen im Residenz. So nimmt er uns mit in das große Projekt, nämlich das unter der Oberfläche liegende Kostbare in der Welt auszugraben – so wie in Neuseeland. Also: Uns zu finden als ein freier und sich ent-wickelnder Mensch, so wie wir bei unserem ersten Atemzug gemeint waren.
Manuel, Danke!
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