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2011 Kapelle im Park

Kapelle im Park ist 100 Jahre alt



Von Bürgermeister Dr. Peter Kern



Die Kapelle im Park ist in diesem Jahr 100 Jahre alt. Ihre Entstehung hängt eng mit dem Bau der „Kolonie“ um 1900 zusammen. Wie die Kolonie ist sie ebenfalls von dem Architekten der BASF, der auch das städtische Krankenhaus in Ludwigshafen geplant hatte, Eugen Haueisen (1845 – 1925), gebaut worden.
Die Direktoren der BASF Brunck und Vischer regten in Schreiben an die Kirchenleitungen an, dass für die 62 Familien der jungen Kolonie, davon 31 katholisch und 31 protestantisch, eine eigene religiöse Betreuung eingerichtet werde. Infolge der Vorsprache des protestantischen Pfarrers Karl Ludwig Steitz aus Mutterstadt richtete die BASF 1903 im Oberen Geschoss des Schlösschens einen Betsaal ein, der jedoch nur von den Protestanten genutzt wurde. Ein Jahr zuvor hatte die BASF im Schlösschen eine 7-klassige Privatschule für Kinder von Werkangehörigen eröffnet. Die Katholiken blieben in der Zuständigkeit der Pfarreien Schifferstadt, Waldsee und Rheingönheim.
Als der katholische Pfarrer Jakob Burkhardt von Schifferstadt aus im Januar 1909 die Betreuung der „Filiale“ Limburgerhof übernahm, regte er bei seinem Antrittsbesuch bei der BASF den Bau einer Kapelle im Park an. Mit gleichem Wunsch richteten 61 katholische Bürger eine Petition an die BASF. Dies hatte Erfolg.
Am 9.9.1909 kündigte Vischer die „Errichtung eines Bethauses in der Limburgerhof-Kolonie der Anilin zur gemeinschaftlichen Benutzung für die dortigen katholischen und protestantischen Arbeiter“ an. Nach eineinhalbjähriger Bauzeit fand für die Katholiken am 1.10.1911, für die Protestanten am 8.10.1911 jeweils der erste Gottesdienst statt. Jede Konfession hatte ihren eigenen Altar, in der Mitte war die Kanzel für beide. Damit es keine sonntäglichen unliebsamen zeitlichen Überschneidungen der Gottesdienste gab, wurde die „Normaluhr“ des „Hauptbahnhofes Mutterstadt“ als gültig

bestimmt. Die Pfarrer beider Konfessionen beklagten dennoch in den folgenden Jahren den geringen Besuch der Gottesdienste und verbanden damit den Wunsch nach jeweils eigenen Pfarrstellen. So schreibt der katholische Pfarrer Werner aus Schifferstadt 1920: „Ich glaube, in der ganzen Pfalz ist keine Lokalkaplanei, wo die religiösen Verhältnisse so traurig sind wie auf dem Limburgerhof. In anderen Lokalkaplaneien ist immer ein Grundstock altangesessener Katholischer Familien, aber hier gibt es ein Konglomerat von Familien aus aller Herren Länder, die keinen religiösen Fond mitgebracht haben… Es wäre unbedingt notwendig, dass ein Seelsorger an Ort und Stelle intensive Hauspastoration betreiben würde…“
Am 13.8.1922 wird Kaplan Otto Jakob in der tags zuvor neuerrichteteneigenen katholischen Pfarrei in einem feierlichen Gottesdienst, bei dem der junge blinde August Tremmel den Chor dirigiert, installiert. Mit Vikar Franz Junker wird am 1.12.1926 die eigene protestantische Kirchengemeinde gegründet. Er schreibt in seinem Bericht über die junge Kirchengemeinde: “In Limburgerhof sind … mehr Menschen als sonst wo, die sich einen eigenen Weg suchen. Das ist der aussichtsreichste Punkt, aber auch der bedenklichste.“ Mit ihrem Pfarrer und späteren Dekan Johannes Fink (1932 – 1953 ) zog die katholische Kirchengemeinde am 7.3.1937 in ihr neues Gotteshaus um. Die Protestanten blieben im „Kapellchen“, bis sie mit ihrem

Pfarrer Jakob Jung (1933 – 1959) am 6.1.1957 ihr langersehntes Gotteshaus einweihen konnten.
Die beiden Geistlichen Fink und Jung pflegten in gegenseitigem Respekt bald das freundschaftliche Gespräch als Nachbarn am Königsplatz (heute Berliner Platz).
Ab 1957 wurde die Kapelle an die Neuapostolische Kirche vermietet. 1977 war vorgesehen, die Kapelle wegen Bauschäden abzureißen. Die Neuapostolische Gemeinde konnte das stark heruntergekommene Bauwerk 1982 im Erbbaurecht von der BASF erwerben. Mit einem großen Anteil an Eigenarbeit baute sie die Kapelle um und modernisierte sie grundlegend. In einem feierlichen Gottesdienst am 16.10.2011 feierte die Neuapostolische Kirche das 100-jährige Bestehen der „Kapelle im Park“.

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