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2005 Rede zum Neujahrsempfang

Rede zum Neujahrsempfang 2005 am 20.01.2005



Verehrte liebe Anwesende,

Ein Neujahrsempfang ist traditionell eine Stunde der Begegnung unserer Bürger und aller, die mit unserer Gemeinde verbunden sind. Er spiegelt zugleich das Leben und die Vitalität unserer Gemeinde wider. Im letzten Jahr war die pure Lebensfreude für alle spürbar. Daran will ich in diesem Jahr anknüpfen.

An diesem Abend soll aber auch das Leid vieler durch die Flutkatastrophe in Asien in unseren Köpfen präsent sein. Heute Mittag fand im deutschen Bundestag ein Staatsakt des Bundespräsidenten zum Gedenken der Flutopfer statt. Lassen Sie uns in dieser Stunde uns diesem Gedenken anschließen. Einer, der diese Katastrophe überlebt hat, ist heute unter uns, Manuel Hook.

Ich möchte nun nicht den Neujahrsempfang durch einen eher anonymen Spendentopf ergänzen. Eine Bürgerin Limburgerhofs, es ist Frau Christin Kawohl – sie wird später zu uns stoßen – hat die Flutwelle auch überlebt. Sie musste erleben, wie eine Armenschule in Sri Lanka von den Fluten weggeschwemmt worden ist. Ihr Vorhaben, diese Schule wieder aufzubauen, möchte ich als Bürgermeister unterstützen. Deswegen werden wir in einem Monat, am 21. Februar, zu einem Informationsabend in den Kultursaal einladen. Ich würde mich freuen, wenn auch Sie sich dieses Vorhaben zu eigen machen würden.

Bitte lassen Sie uns in einer Schweigeminute der Opfer und derer, die noch vermisst werden, gedenken. ( Schweigeminute )

Friedemann und Elisabeth Hertrampf aus unserer Kindermusikgruppe werden sich mit ihren drei Stücken – Reigen, Harlekin und Mazurka – auf ihre Weise in unser Gedenken einreihen.


Meine Damen und Herren,

Sie alle begrüße ich herzlich! Ich freue mich, dass Sie meiner Einladung gefolgt sind.

Aus der Vielzahl der Ehrengäste begrüße ich ganz besonders:
Meine beiden Beigeordneten, Herrn Peter Nissen und Herrn Fritz Buch,
die Damen und Herren des Gemeinderates, des Jugendgemeinderates, des Seniorenbeirates,
die Klassensprecher der Grundschulen und Teilnehmer der Kinderkonferenz,
die Repräsentanten der BASF – an ihrer Spitze Herrn Dr. Oldeweme, den Leiter des Agrarzentrums –
die Mitglieder der Feuerwehr (Wehrleiter Herrn Streun),
den Vertreter der Polizeiinspektion Schifferstadt (Herrn Stein),
die zahlreichen Vertreter der Limburgerhofer Vereine (Herrn Lembach),
die Selbstständigen (Herrn Ihrig), Herrn Dr. Bayer von der IHK
Unternehmer, Ärzte, Vertreter der Banken und Sparkassen, den Vertreter des Landesbetriebes Straßen und Verkehr
den Leiter des Katasteramtes (Herrn Gruber) und alle Bürgerinnen und Bürger!

Unsere Gemeinde feiert in diesem Jahr ihren 75. Geburtstag als jüngste Gemeinde im Rhein-Pfalz-Kreis.

Der eigentliche strukturelle Anfang war jedoch früher: Es begann um 1900 – in der Sprache und Bewertung von damals ausgedrückt – mit einer „sozialen Tat“. Denn damals um 1900 baute die damalige BASF für ihre Arbeiter eine Werkssiedlung. In stolzen Häusern mit Garten und Schweinestall konnten die Werksangehörigen für äußerst niedrigen Mietzins wohnen. Wurde jemand in diesen Häusern geboren, so lautete die Geburtsurkunde: „ Geboren in Schifferstadt auf dem Limburgerhof“.

Der wachsende Wohnungsbau um den heutigen Burgunderplatz herum und diesseits und jenseits der Bahnlinie machten es bald notwendig, die verschiedenen Siedlungsteile zu einer Einheit zusammenzufassen.

In langem Ringen – seit dem 1. Weltkrieg – war es der bayrische Innenminister Stützel, der der Gründung einer selbstständigen Gemeinde anstelle einer „Einverleibung“ – wie er es nannte – durch eine der Gemeinden Schifferstadt, Mutterstadt, Neuhofen oder Rheingönheim – mit denen wir heute eine vorzügliche Nachbarschaft pflegen – den Vorzug gab.

Wer heute mit offenen Augen durch dieses liebenswerte Limburgerhof geht, wird darin spannende Geschichte erkennen: Die Kelten, dann die Römer vor 2000 Jahren. Wer heute auf der Speyerer Straße oder vom Golfplatz hin zum Agrarzentrum läuft, hat die alte Römerstraße unter seinen Füßen.

Vor 1000 Jahren: Salisches kaiserliches Hofgut: Damals herrschte hier mittelalterliches „Limburger Hofrecht“, die Rechtsordnung der „familia lintburgensis“ - spannend, dem nachzugehen!

Der mittelalterliche Mühlengraben, der Rehbach und die Ransch mit der Mühle warfen an ihrem Zusammenfluss eine Anschwemmung auf, auf der sich dann die Glaubensflüchtlinge, die Mennoniten, niederließen.

Eine Anekdote aus der Vergangenheit:
Überliefert ist, dass in den Kriegswirren während der Napoleonischen Zeit auf dem Feld zum Kohlhof hin französische Grenadiere von den Rehhüttern den berühmten „Limburger Käse“, fromage, verlangten. Sie verwechselten jedoch dabei, dass dieser gute Käse nicht aus Limburgerhof, sondern aus Flandern kam.

Sie kennen alle die spätere Geschichte: Niederlassung der Forschungseinrichtung durch Carl Bosch. Später nach dem 2. Weltkrieg die Aufnahme vieler Flüchtlinge in Limburgerhof, dann die Ansiedlung leitender Angestellter im sogenannten „Roten Dorf“, dort, wo wir Schulkinder an den Sommertagen ausprobierten, ob wir mit nackten Füßen auf den Getreidestoppeln verletzungsfrei rennen konnten.

An dieser Stelle möchte ich meinen Klassenkameraden, Volker Scherer, begrüßen. Er ist der Sohn des damals hochgeschätzten Limburgerhofer Bürgermeisters und späteren Landrates Dr. Hermann Scherer.

Wir alle, die Bürgerinnen und Bürger, haben uns aneinander gewöhnt. Einer schätzt den anderen. Alte Traditionen, wie der Sommertagsumzug und der Martinszug sind noch immer vorhanden. Viele sind daran beteiligt, diesen Ort und seine Traditionen zu pflegen.

Mein Dank gilt den umsichtigen, um den besten Weg zäh ringenden politischen Mandatsträgern, den vielen, vielen Ehrenamtlichen, den Vereinen, die eine großartige Jugendarbeit betreiben, und vielen anderen.

Limburgerhof hat seine Anziehungskraft nicht verloren.

Bei meinen vielen Geburtstagsbesuchen ab dem 75. Lebensjahr bis hin zum Geburtstagskind mit 108 Lebensjahren, kann ich immer wieder feststellen, wie sehr die meisten der Bürgerinnen und Bürger ihren Limburgerhof schätzen und mögen und wie gut die Luft in Limburgerhof offensichtlich sein muss.

All das gilt es in diesem Jahr auch zu feiern. Für den 9. Juli konnte ich sogar den Ministerpräsidenten zu einer Begegnung auf der Rehhütte zum Mitfeiern gewinnen. Dort wird neben einem geplanten Open-Air-Konzert sicherlich auch die hervorragende Position Limburgerhofs als Forschungsstandort im Rhein-Neckar-Dreieck zur Sprache kommen und die hervorragende über 100 Jahre währende Partnerschaft der Gemeinde Limburgerhof zur BASF, zum Agrarzentrum gewürdigt werden.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, bitte verstehen Sie, dass wir angesichts der Finanzen nur kleine Brötchen backen können, wie zum Beispiel die Erneuerung der Brücke am Kohlhof. Heute, da wir dabei sind, Schulden mit Schulden abzubezahlen, muss unsere Haushaltspolitik auch auf das Wohl der Kinder in den nächsten 30 Jahren gerichtet sein und ihre Zukunft sichern helfen.

Ich freue mich über die hochrangigen Kunstwerke der Realschule, der Rudolf-Wihr-Schule und der Carl-Bosch-Schule, die die Schüler aus Anlass unseres Jubiläums geschaffen haben und die Sie draußen im Foyer bewundern können. Danken möchte ich auch allen, die mit ihren Vorschlägen an der Gestaltung eines neuen Logos für Limburgerhof mitgearbeitet haben.

Monsieur Jean Esmonin, der Bürgermeister von Chenove, mit dem wir in diesem Jahr die 30-jährige Partnerschaft u. a. mit einer gemeinsamen Berlinfahrt begehen, antwortete mir auf meinen Neujahrsbrief:

„Lieber Freund, es liegt mir am Herzen, Dich meiner tiefsten Freundschaft zu versichern und Dir dafür zu danken, dass Du und Deine Kollegen im Rat und Deine Bürger unserer Städtepartnerschaft ganz besondere Aufmerksamkeit widmen, und so in 30 Jahren starke Bindungen zwischen unseren beiden Städten entstanden sind. Limburgerhof wünsche ich von Herzen eine vielversprechende Zukunft.“

Mit solchen Wünschen im Rücken, und der Tatkraft aller Limburgerhofer gewiss, gehe ich voller Zuversicht in das Neue Jahr.

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