75 Jahre freiwillige Feuerwehr Limburgerhof: Festakt am 15.04.2005
Meine lieben Feuerwehrkameraden und Feuerwehrkameradinnen! Liebe Freunde der Freiwilligen Feuerwehr Limburgerhof! Liebe Gäste!
Wir alle sind gekommen, um den 75. Geburtstag unserer Feuerwehr mitzufeiern. 75 Jahre - das ist ein großes Datum! Wir feiern dies zur Ehre all jener Feuerwehrleute, die in all den vergangenen Zeiten ihren Dienst getan haben, und zur Ehre all jener, die heute ihren Dienst tun.
Um zu zeigen, dass sie hinter unserer Feuerwehr stehen, sind auch gekommen - und ich darf sie ganz besonders begrüßen: Erwin Konrad, alle Ehemaligen ... Aber auch Sie alle, liebe Gäste, setzen mit Ihrer Anwesenheit ein Zeichen der Verbundenheit mit unseren Feuerwehrleuten.
Meine Damen und Herren, liebe Feuerwehrjugend,
2005 ist geradezu das “Jahr der Jubiläen” in Limburgerhof: Nämlich 75 Jahre Gemeinde Limburgerhof, 50 Jahre Carl-Bosch-Schule, 35 Jahre Domholz-Schule, 30 Jahre Partnerschaft mit Chenove, 25 Jahre Rudolf-Wihr-Schule, 25 Jahre Gemeindebücherei - und 75 Jahre Freiwillige Feuerwehr!
Kein Jubiläum ist jedoch mit dem Gemeindejubiläum so eng verknüpft wie das Jubiläum der Feuerwehr. Der Wunsch nach einer eigenen Feuerwehr war für den damaligen Limburgerhof gerade einer der wichtigen Gründe, eine eigenständige Gemeinde zu fordern. Das Angewiesensein auf die Wehren Mutterstadts, Rheingönheims, Neuhofens oder Schifferstadts war kein Zustand mehr für die Bürger rund um die Kolonie und den Gutshof Limburgerhof. Für eine eigene Wehr in naher Reichweite kämpften die sie damals in der Hoffnung, dass mit der Eigenständigkeit der politischen Gemeinde auch eine eigene Feuerwehr aufzustellen und die entsprechenden Gerätschaften aufzubringen seien.
Aus der anfänglichen sogenannten “Pflichtfeuerwehr” entstand nach 1945 die “Freiwillige Feuerwehr Limburgerhof”. Genau aber dieser Aspekt der Freiwilligkeit ist das grundlegende Element der Wechselbeziehung zwischen einer Gemeinde und ihrer Feuerwehr.
Groß ist die Zahl derer, die sich in all den Jahren für ihre Gemeinde freiwillig ehrenamtlich zur Verfügung gestellt haben. Überraschend für mich in manchen Gesprächen mit Bürgern ist, wie unsere Bürger die Feuerwehr als selbstverständlichen Bestandteil der Infrastruktur ihrer Gemeinde Limburgerhof erachten, und wie selbstverständlich sie im Falle eines Brandes, eines Notfalles, den Dienst ihrer Feuerwehr und die Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft ihrer Feuerwehr einschätzen.
Damals - 1930 - musste um die eigene Feuerwehr gerungen werden, sie war nicht selbstverständlich da.
Und auch dieser Dienst ist nicht selbstverständlich! Erst wer sich näher mit seiner Feuerwehr befasst, sieht, wieviel Zeit, Idealismus, Lernen, Fachlichkeit, Verlässlichkeit, Verantwortungsgefühl für das Wohl der Mitbürger und die Bereitschaft, jederzeit alle häusliche Gemütlichkeit abzubrechen und zum Einsatz zu eilen, in diesem Dienst stecken. Das gilt für jeden einzelnen Feuerwehrmann, jede Feuerwehrfrau.
Die Recherchen zu diesem Jubiläum zeigten mir recht bald, dass auch immer wieder eine bestimmte Fragestellung auftauchte: - wobei es um die Gerätschaften für diesen Dienst ging - nämlich: ”Ja braucht denn die Feuerwehr das auch wirklich?”
Als Bürgermeister stand ich bald selbst im Spannungsfeld dieser Frage. Erfreulicherweise kann ich nur bestätigen, dass sich aus diesem Spannungsfeld ein produktives Miteinander auftat. Thomas Streun, der derzeitige Wehrleiter, hat es verstanden - wie sicherlich seine Vorgänger auch - durch seine fachlich hervorragend fundierten Ausführungen in Ausschüssen und Arbeitskreisen zu diesem förderlichen Klima beizutragen. Zu Thomas` Streun gekonnter Strategie gehörte es auch, mich im Feuerwehrwesen gleich zu Anfang - theoretisch - auszubilden.
Manche Feuerwehrleute erinnern sich noch mit Schmunzeln daran, wie gerade jene Gemeinderäte, die einmal die Hilfe der Feuerwehr in Anspruch nehmen mussten, sich besonders für den Bau eines neuen Feuerwehrhauses vor 35 Jahren eingesetzt hatten.
Meine Damen und Herren, unsere Feuerwehr hat bewiesen, dass auch sie mit den auferlegten Sparzwängen zurecht kommt. Das schon traditionell sprichwörtliche Engagement zur Eigenleistung - ich meine beispielsweise den Neubau des Funktisches und die Neugestaltung der Zentrale - halfen, die notwendige Umstrukturierung und Modernisierung der Wehr finanzierbar zu halten. Ich freue mich deshalb ganz besonders, dass für die Sicherheit der Menschen in Limburgerhof in diesem Jubiläumsjahr ein neues Tanklöschfahrzeug als Ersatz für ein 30 Jahre altes Fahrzeug - 30 Jahre: auch ein Jubiläum! - beschafft wird. Eine Feuerwehr muss auf der Höhe ihrer Zeit sein, wenn sie mit der Entwicklung zum Beispiel des Forschungsstandorts wie dem BASF-Agrarzentrum mithalten will.
So bleibt mir zu danken: Danken gewiss auch im Namen der Gemeinderäte, der Beigeordneten und Bürger, allen Feuerwehrleuten, dem Wehrleiter Thomas Streun, seinem Vorgänger Ehrenwehrleiter Erwin Konrad, im Gedenken auch den Wehrleitern Georg Cappel, Karl Dietrich, Helmut Moster, aber auch Leonhard Grimm, der heute 98 Jahre alt geworden wäre.
75 Jahre: Das ist Tradition! Das ist maßlos viel ehrenamtliche Arbeit, das sind viele viele Hände und Namen, das ist aber auch gute Voraussetzung für die Zukunft.
In unserer Jugendfeuerwehr, deren solide Ausbildung und deren Begeisterung bei dem 10-jährigen vor ein paar Wochen so deutlich wurde, ist diese Zukunft besonders augenscheinlich. Dass Sie, liebe Feuerwehrleute, diese Kinder Limburgerhofs so behutsam an den Dienst für eine funktionierende Gemeinschaft Limburgerhofs heranführen: Dafür bin ich ganz besonders dankbar!
Ich bin stolz auf sie alle! Mögen noch mehr Bürger Limburgerhofs dies alles, zusammen mit den Bemühungen des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr, zu schätzen wissen.
Gut Schlauch!
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