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 Informationen zum Flächennutzungsplan
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Erhalten und Aufwerten

„Erhalten und Aufwerten“ sind die Schwerpunkte, die Bürgermeister Dr. Peter Kern in einem Interview setzte, das die wesentlichen Inhalte des neuen Flächennutzungsplanes verdeutlicht. Die Fragen stellte Rolf Dörner, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei der Gemeindeverwaltung.
Rolf Dörner: Wozu ist ein Flächennutzungsplan (FNP) überhaupt notwendig?
Peter Kern: In einem Abstimmungsprozess mit allen Beteiligten erarbeitet sich die Gemeinde ein verbindliches Leitbild für ihre Entwicklung in den nächsten 15 bis 20 Jahren. Dabei geht es darum, mit der Ressource “Fläche“ verantwortlich umzugehen. Nach meiner Auffassung ist dieser FNP ein Meilenstein im Willensbildungsprozess für Limburgerhof.
Rolf Dörner: Gab es solche Flächennutzungspläne auch in der Vergangenheit?
Peter Kern: Selbstverständlich. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts legte Professor Dr. Theodor Fischer für Limburgerhof einen Plan vor, der von der „alten Kolonie“ ausgehend die gesamte Infrastruktur unserer Gemeinde bereits wegweisend dargestellt hatte. 80 Jahre später war es dann insbesondere die Schaffung des neuen Ortszentrums mit Rathaus und Burgunder Platz, die unserer Gemeinde die heute bestimmende integrative städtebauliche Prägung gab. So also ist Limburgerhof weitgehend in Planungsschritten einzelner Wohngebiete entstanden.
Rolf Dörner: Wie geht nun der neue FNP mit diesen vorhandenen Strukturen um?
Peter Kern: Die unverwechselbaren städtebaulichen Strukturen einzelner Wohngebiete und die historischen Ensembles wie etwa Rehhütte, Kohlhof und Schlösschen mit Turm im Park sollen grundsätzlich und konkret erhalten bleiben.
Weiter haben wir im FNP festgelegt, dass die landwirtschaftlichen Flächen, die 50 % unserer Gemarkung ausmachen, als landschaftsprägendes Element, sowie die Waldflächen und auch das Bruchgelände aus ökologischen Gründen und wegen ihres Erholungswertes in ihrer Ausdehnung gesichert bleiben.
Limburgerhof soll sein geschlossenes durchgrüntes Ortsbild wahren und die begrünten Ortsränder aufwerten bzw. neu herstellen. Das heißt, unsere Gemeinde soll ganz ausdrücklich als Wohngemeinde im Grünen erhalten bleiben und weiter qualitativ entwickelt werden.
Rolf Dörner: Was sagt der FNP zur baulichen Weiterentwicklung Limburgerhofs aus?
Peter Kern: Zunächst soll es in NO II weitergehen. Eine zeitgemäße Überplanung zusammen mit der LUWOGE und den übrigen Eigentümern ist in Arbeit. 40 % in NO II sind bereits bebaut. Es könnten noch circa 120 Wohneinheiten hinzukommen.
Ansonsten gibt es noch 50 Baulücken in Limburgerhof. Außerdem ist zunächst die Möglichkeit der innen Entwicklung besonders in Nord ins Auge gefasst, dort wo wir große lange Gärten zwischen den Nachbarstraßen haben.
Die bauliche „Abrundung“ in Richtung Mutterstadt kommt erst ganz am Ende in Frage. Aber das liegt noch in weiterer Ferne.
Rolf Dörner: Was heißt das für die Zahl der Einwohner in Limburgerhof?
Peter Kern: Wir liegen derzeit bei circa 11.000 Einwohnern. Erfahrungsgemäß wurden in den letzten Jahren jährlich etwa 40 Wohneinheiten gebaut. Pro Wohneinheit rechnet man mit etwa 2,3 Einwohnern. Wenn man das auf die nächsten 10 bis 15 Jahre hochrechnet, dann werden wir aus heutiger Sicht auf 12.000 bis 12.500 Einwohnern kommen. Wenngleich wir uns ganz besonders über jedes neugeborene Kind freuen, so ist ein größeres Wachstum im Gesamten auf mehr als etwa 12.500 Einwohnern nicht geplant.
Rolf Dörner: Fassen Sie die Weiterentwicklung Limburgerhofs doch noch einmal kurz zusammen.
Peter Kern:
- Limburgerhof als Gemeinde im Grünen sichern und erhalten und dabei vorhandene Strukturen aufwerten
- Freiräume wie Wald, Feld, Bruch und Grünflächen in ihrer Ausdehnung wegen ihres Erholungswertes und als Landschaftsbild sowie aus ökologischen Gründen erhalten
- Einwohnerzahl aus von derzeit 11.000 auf höchstens 12.500 erhöhen
- Infrastruktur als Angebote für die verschiedenen Lebensalter und Lebensstile qualitativ verbessern: wie zum Beispiel im Bereich Jugend und Sport, eigenständiges Wohnen im Alter, Radwegenetz sichern und weiter aufbauen
Rolf Dörner: Haben Sie sich diese Inhalte des Flächennutzungsplanes alleine „im stillen Kämmerlein“ ausgedacht?
Peter Kern: (lacht) Nein, sondern gerade das Zusammenwirken vieler war ausschlaggebend für die Bedeutung und die Akzeptanz dieses Flächennutzungsplanes. Deswegen danke ich am Ende allen, den Ortspolitikern, den Bürgerinnen und Bürgern, dem Planungsbüro Hammer und Martin und meiner Bauabteilung für ihre intensive Arbeit. Natürlich ist es schon wesentlich, ob ein Bürgermeister beispielsweise eher Gedanken der quantitativen Expansion hat, oder ob sein Augenmerk ganz besonders der Verbesserung der Lebensqualität gilt. Ich bin der festen Überzeugung, dass dieser FNP wertvolle Festlegungen getroffen hat, die dazu beitragen werden, dass Limburgerhof eine überschaubare lebens- und liebenswerte Gemeinde bleibt und sich darin noch verbessert.

Strategiepapier schreibt Erfolgsgeschichte

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