Mitten unter den Menschen - Übergabe des Bürgermeisteramtes

Eine beeindruckende Kulisse: rund 700 Gäste waren am 21.8.2018 in den Kultursaal Limburgerhof gekommen, um bei der Amtsübergabe von Bürgermeister Dr. Petern Kern an seinen Nachfolger Andreas Poignée dabeizusein. Alle Festredner würdigten neben Kerns großem Sachverstand und Fleiß seine außergewöhnliche Fähigkeit, auf Bürgerinnen und Bürger zuzugehen oder wie Pfarrer Grimm von der protestantischen Kirchengemeinde es formulierte:“ Mitten unter den Menschen.“ Ebenfalls von allen Seiten wurde dem neuen Bürgermeister Andreas Poignée gute Zusammenarbeit zugesichert.

Auch zahlreiche Ehrengäste hatte die Erste Beigeordnete Rosemarie Patzelt zu begrüßen, unter ihnen die Bundestagsabgeordneten Doris Barnett und Tjobörn Kartes, die Landräte des Rheinpfalz- und des Kreises Bad Dürkheim, Bürgermeister der Nachbargemeinden, Vertreter der Wirtschaft, Kirchen, Schulen, Polizei und Feuerwehr.

Der neue Bürgermeister Adreas Poignée und Altbürgermeister Peter KernZu Ernennung, Vereidigung und Amtseinführung überreichte Peter Kern Andreas Poignée nicht nur die offiziellen Urkunden, sondern als Geschenk das hölzerne Modell einer Segelyacht, verbunden mit einem Zitat Alfred Delps:“ Man muß sein Segel nach dem unendlichen Wind stellen, erst dann merken wir, zu welcher Fahrt wir fähig sind.“

In seiner Antrittsrede skizzierte Andreas Poignée nahe und langfristige Aufgaben und Projekte. Daraus Auszüge:

Für mich ist es besondere Ehre und Verpflichtung zugleich, diese Aufgabe zu übernehmen und ich werde meine ganze Kraft dem Ziel widmen, Limburgerhof in den nächsten acht Jahren weiter voranzubringen. (…)

Lieber Peter Kern, die letzten 5 Monate der engeren Zusammenarbeit haben mir gezeigt, mit wieviel Einsatz und mit welch hervorragenden Wissen Sie die Gemeindeverwaltung und unsere Gemeinde in den letzten 16 Jahren geleitet haben. Mit großem Respekt und hoher Anerkennung möchte ich Ihnen hierfür recht herzlich danken. (…)

Wie bereits erwähnt, müssen wir in naher Zukunft wichtige Entscheidungen treffen. Ganz nebenbei ist es meine Aufgabe, auch erste Weichen für weitere mittel- und langfristige Projekte zur nachhaltigen Entwicklung unserer Gemeinde zu stellen.(…)

Konkret nannte Poignée als Beispiele das Areal Jahnstraße sowie die Denkmalschutzzone Alte und Neue Kolonie. Mittelfristig seien es etwa die Vorhaben neuer Wohnraum, Regionalplanung oder Gestaltung Burgunder Platz/Speyerer Straße.

Bürgermeister Andreas PoignéeEs ist daher von enormer Bedeutung, dass wir uns in den nächsten Jahren intensiv mit den Regionalplanern der Metropolregion Rhein-Neckar beraten, welche Möglichkeiten der zukünftigen Entwicklung für unsere Gemeinde bestehen. Erste Gespräche hierzu finden bereits im kommenden Monat statt. (…)

Es sind wichtige Weichen zu stellen und dafür brauche ich Sie alle. Ihre Unterstützung und Mithilfe. (…) Diese Bitte sei verbunden, so Poignée, mit der Zusicherung auf eine gute Zusammenarbeit.

In ihrer Verabschiedung ließ die Erste Beigeordnete Patzelt die Amtszeit Kerns Revue passieren. Nachfolgend einige Zitate:

In Zahlen ausgedrückt sind in der Amtszeit von Herrn
Dr. Kern 42 Millionen an vielfältigen Investitionen getätigt worden. Baugebiete wurden erschlossen, viele Straßen wurden ausgebaut und Kanäle saniert, Kindertagesstätten
erworben und neu gebaut, Grundschulen saniert und erweitert. Das Feuerwehrhaus und das Jugendkulturzentrum erstrahlen in neuem Glanz, Feuerwehr und Bauhof erhielten neue Fahrzeuge, die Gemeinde installierte ein Bürgerbüro und erwarb das Rathaus, was wohl eine der größten und schwierigsten Investitionen war, da es umfangreicher und komplizierter Vertragsverhandlungen bedurfte. Auch die Vereine dürfen sich über ein saniertes Stadion und ein Sportfunktionsgebäude freuen. (…)

Das ist wahrlich eine positive Bilanz. Die Infrastruktur der Gemeinde konnte so weiter entscheidend ausgebaut und verbessert werden, und Limburgerhof ist nach wie vor ein gesuchter und gefragter Wohnort im Grünen. (…)

Ich meine aber zu wissen, dass die Begegnung, das Kennenlernen und die Sorge für die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde Herrn Dr. Kern ganz besonders am Herzen lag. (…) Seine musikalischen, pädagogischen und empathischen Fähigkeiten waren der Schlüssel, auf Menschen jeden Alters zu zugehen und Brücken bauen zu können und sie auch in schwierigen Lebenslagen zu begleiten und Trost zu spenden. (…)

Den Kindern gute Voraussetzungen für ein gesundes und gutes Aufwachsen in unsere Gemeinde zu schaffen, das war und ist eines seiner Hauptanliegen. Auch unsere älteren Bürgerinnen und Bürger erfuhren von Herrn Dr. Kern große Achtung und Wertschätzung. (…)

Sein großes geschichtliches Interesse hat viele Zusammenhänge unseres doch relativ jungen Ortes erschlossen und unserer Gemeinde ein neues Geschichtsbewusstsein und Wurzeln gegeben, auf denen wir aufbauen können. (…)

Für all dies gebührt Herrn Dr. Kern der Dank und die Anerkennung der Bürgerinnen und Bürger Limburgerhofs.

 

Auch Thierry Falconnet, Bürgermeister aus Limburgerhofs französischer Partnerstadt Chenôve, würdigte den Kommunalpolitiker und Menschen Peter Kern:

Ich werde die Erinnerung bewahren an den politischen Entscheidungsträger, der es stets verstanden hat, die Partnerschaft zwischen unseren beiden Städten mit Leben zu erfüllen dank zahlreicher Begegnungen. (…)

Ich werde die Erinnerung bewahren an Deinen Mut bei Deinen symbolträchtigen Handlungen im Bezug auf die von unseren beiden Völkern erlittenen Traumata während des Zweiten Weltkriegs. Niemals werde ich Deine Ansprache mit Worten des aufrichtigen Bedauerns vergessen, die Du im Namen des deutschen Volkes im Jahre 2005 gehalten hast. An jenem Tag haben sehr viele mir ihre immense Hochachtung und Bewunderung für Dich ausgedrückt. (…)

An seinen neuen Amtskollegen Andreas Poignée richtet Falconnet folgende Worte:

Es steht für mich außer Zweifel, dass Sie den Willen hegen, getreu dem Vorgehen Ihrer Vorgänger, den politischen, diplomatischen, kulturellen, gesellschaftlichen und festlichen Beziehungen zwischen unseren Städten nach mehr als vierzigjähriger Tradition Fortbestand zu gewähren.

Landrat Clemens Körner betonte in seinem Grußwort die sehr harmonische Zusammenarbeit auf der Ebene des Rhein-Pfalz-Kreises. Agneta Psczolla überreichte Kern vom Gemeinde- und Städtebund eine Ehrenurkunde für sein Engagement im Ausschuss für Verfassung und Verwaltung sowie als stellvertretender Vorsitzender der Kreisgruppe.

Altbürgermeister Dr. Peter Kern„Wenn man gemerkt hat, wir ziehen alle an einem Strang – diese Stunden möchte ich nicht missen.“ Peter Kern unterstrich in seiner Abschiedsrede, wieviel Dankbarkeit er empfinde für das Viele, das er in seiner Amtszeit erfahren durfte. Gleichzeitig bedankte er sich: bei den Freunden aus Chenôve, Bürgermeisterkollegen, den Mitgliedern des Gemeinderates, Beigeordneten sowie für Anregungen und Unterstützung seitens der Bürgerinnen und Bürger. Mit besonnenen Entscheidungen und Beharrlichkeit sei er auch manchmal gegen den Strom geschwommen, wenn es dem großen Ganzen diente. Sein bester Ratgeber seien oft die Kinder gewesen, deren Vertrauensvorschuss es einzulösen gelte. Für sie müsse das sensible Gebilde Demokratie gesichert werden. „Deren Kern heißt Menschenwürde. Diesen zu schützen ist uns allen aufgetragen.“

Zum Ende ging ein ausdrückliches Dankeschön an seine Frau Claudia und seine Familie sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung, unter ihnen besonders an seine Vorzimmerdame Andrea Weber.

An seinen Nachfolger Andreas Poignée gewandt erklärte Peter Kern: „Jeder Bürgermeister hat sein eigenes Profil – und das ist gut für eine Gemeinde.“