2009 Rede zum Neujahrsempfang

Rede von Herrn Bürgermeister Dr. Peter zum
Neujahrsempfang 2009 am 21. Januar 2009 im Kultursaal Limburgerhof


Meine sehr geehrten Damen und Herren!
Liebe Kinder!

Es sind derzeit Tage voller Ereignisse! In Deutschland und in der Welt. Wir sehen dort den Aufbruch einer ganzen Nation. Hoffnung, die sich an einen Menschen knüpft. Überschäumende Freude! – Und anderswo Menschen im Krieg, großes Leid, Kinder auf der Flucht. Obama hat es beschrieben, was zu tun ist. Es wird viel nötig sein, das Wirtschafts- und das Finanzssystem so zu ordnen, dass Vertrauen wieder wächst. Es wird viel nötig sein, damit Versöhnung möglich ist.

In anderer Weise gilt manches auch für uns. Während ich vor 2 Jahren meine kleine Ansprache unter das Motto stellte „Netze des Vertrauens knüpfen!“, nahm ich im letzten Jahr den Ausspruch des Bundespräsidenten zur Grundlage meiner Ausführungen, nämlich „Kinder sind Brücken in die Welt von morgen“.

Dieses Jahr – und da knüpfe ich an meine Eingangsworte an – heißt mein Motto:
„Das Ganze im Guten zusammenzuhalten!“

„Das Ganze im Guten zusammenhalten“ wird Aufgabe sein für Barack Obama, bei all den Änderungen, die er herbeiführen will.
„Das Ganze im Guten zusammenzuhalten“, das gilt sicherlich für einen jeden Einzelnen von uns. Das schließt unseren Schwung mit ein, unsere Pläne, unsere Neuanfänge, aber auch die Mühen des Alltages, und das, was einem manches schwer macht.

„Das Ganze im Guten zusammenzuhalten“, das gilt für die politische Arbeit, das gilt für die Banken, die Kirchen, Unternehmen, die Vereine usw., - und auch für den Bürgermeister.

„Das Ganze im Guten zusammenzuhalten!“ Dieses Ziel zu erreichen braucht den Optimismus zu neuen Wegen, den Willen zu Veränderungen, die Bereitschaft einander zuzuhören, und - bei dem Blick aufs Ganze auch das Kleine, vermeintlich Unscheinbare zu sehen.

Es braucht auch die Fähigkeit, nachzugeben, im Dienst des Ganzen sich zurückzunehmen, vielleicht auch einmal zugunsten des Anderen.

Es kann aber auch heißen, beharrlich zu sein, auch gegen den Wind!

Nur selten wird es einem gelingen, dieses alles alleine zu schaffen. Und so haben auch im vergangenen Jahr viele, vieles getan, erarbeitet, entschieden, mitgetragen, kritisch begleitet, damit viele in Limburgerhof etwas davon haben!

Das gilt für die Bürgerinnen und Bürger, das gilt für die Politikerinnen und Politiker, die das ja ehrenamtlich tun, und das gilt für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung. Ich denke, Limburgerhof hat auch im letzten Jahr einen erheblichen Zuwachs an bürgerorientierter Wertschöpfung erfahren:

Zum Beispiel das Mehrgenerationenhaus, das sich mehr und mehr zu einer lebhaften Drehscheibe bürgerschaftlicher Begegnung entwickelt. Frau Ministerin von der Leyen war extra gekommen, um die Bedeutung dieses Hauses zu würdigen. Damit haben wir im „Alten Rathaus“ die im Laufe des letzten Jahrzehnts dort beherbergten Einrichtungen wie die Kindertagesstätte, die Jugendhilfe des Kreises, die Lehrküche des Jugenddorfes zusammengefasst und mit einer neuen Aufgabe für die Zukunft ausgerichtet. Das alte Gebäude hat die Gemeinde bei der Gemeindegründung 1930 übrigens für 28 000 Reichsmark als ehemalige Gaststätte gekauft.

Dass in dieser Gründungsphase des Mehrgenerationenhauses Frauen aller Fraktionen und Interessen und Initiativen den Bürgermeister ganz wesentlich unterstützt haben und Initiativen ergriffen, zeigt ein Stück der Art und Weise der politischen Arbeit in Limburgerhof:„Das Ganze im Blick haben!“

Ein weiteres Bespiel: Das Bürgerbüro
Zur Einweihung des Bürgerbüros war Innenminister Bruch gekommen. Ich höre von den Bürgern, dass es für viele äußerst hilfreich ist. In der funktionalen Ausprägung wird es von vielen Politikern in der Region als vorbildlich einge-stuft! Wir wollen jetzt noch den Eingang zum Foyer mit Schiebetüren versehen, damit das Hereinkommen mit den Rollatoren einfacher wird. In diesem Zusammenhang sind Ihnen sicherlich die behindertengerechten Aufgänge zu beiden Seiten des Burgunder Platzes aufgefallen!

Ach so! Ich erzähle Ihnen eine kleine Geschichte, die Frau Sigl im Bürgerbüro passiert ist:“ Eine Frau kam herein, und wollte ihren neuen Reisepass abholen. Frau Sigl fragte:“ Haben Sie Ihren Alten dabei?“ Da antwortete die Frau: „Nö, der sitzt zuhause!“

Wenn Sie gerade lachen, dann würden Sie an dieser Stelle sicherlich die Zahl der Stück Rindvieh im Bruchgelände interessieren. Im letzten Jahr waren es 31. Jetzt sind es 68 geworden. Um bei einem statistischen Vergleich im Sinne der letzten Jahre, also als Fortsetzungsgeschichte auf die Zahl 68 zu kommen, da müsste ich ja den gesamten Seniorenbeirat und die Gruppe der „Agenda“ dazu nehmen...

Jedenfalls nimmt das Projekt „Bruchgelände“ und „Gehölzpfad“ entlang des Rehbachs durch die Agenda-Gruppe einen interessanten guten Verlauf. Sie werden sehen, das wird noch ein gesuchtes Ziel werden mit den Tieren in einem neu wachsenden Biotop, besonders für unsere Kinder.

Im Blick auf die nicht einzuschätzende Finanz- und Wirtschaftskrise bin ich froh, dass wir die grundlegende Renovierung der Carl-Bosch-Schule sowie die Erweiterung der Domholzschule zur Ganztagsschule zielstrebig durchgeführt haben und somit hinter uns haben. Weil Kinder „Brücken in die Zukunft“ sind, ist in diesem Zusammenhang auch unser Ausbau der Kindertagesstätte für die Aufnahme der auch unter 3 und auch unter 2jährigen zu nennen, so wie es das Gesetz vorsieht. Erfreulicherweise hat sich der Abwärtstrend der Zahl der Kinder in Limburgerhof umgekehrt – es geht aufwärts!

Die Sorge für die Erziehung und Bildung der Kinder war eine der ersten Aufgaben, die die BASF gesehen hat, als sie 1899 – also vor genau 110 Jahren – das Limburger Hofgut gekauft hat. Dieses Jahr ist in dieser Beziehung also eigentlich ein Jubiläumsjahr.

Für ihre Werktätigen errichtete die BASF sogleich um die Jahrhundertwende die Häuser der sog. „Kolonie“ und baute das „Schlösschen“ zur Schule um. In die Renovierung eben dieses Schlösschens wird die Gemeinde auch in diesem Jahr eine erhebliche Summe stecken, um das Projekt zu beschleunigen. Viel, viel Arbeit hat der Förderverein in all den Jahren seit dem Kauf durch die Gemeinde vor 10 Jahren geleistet!

Diese Schule damals, und der Aufbau einer ganzen Infrastruktur unter wesentlicher Initiative der BASF, machten es notwendig und möglich, eine eigene Gemeinde zu gründen. Hierbei spielte der spätere erste Bürgermeister von Limburgerhof, Georg Schwarz, er war Bürgermeister von der Gemeindegründung an, dem 01. Januar 1930 also, bis 1933, und von 1945 bis 1950, eine wichtige Rolle. In seinen Erinnerungen, die mir sein Enkel, Herr Häfker übergeben hat, ist von dem Gerangel um dieses Fleckchen Erde, die Rede. Im übrigen schreibt er von den Erschwernissen in der damaligen Zeit der 20er Jahre. Zum Beispiel als damals die Speyerer Straße eine einzige Schlamm-Matsch-Straße war. Es war deswegen abenteuerlich, sie zu überqueren, um z.B. in das gegenüberliegende Schuhgeschäft zu kommen. In der Separatistenzeit war im übrigen ein Pass notwendig, um von hüben nach drüben zu kommen.
Man stelle sich vor, die Neuhofener bräuchten heute einen Pass, um nach Limburgerhof zu kommen.



Was haben wir in der Zukunft vor? – Einige ausschnittsweise Antworten:

Um der Sicherheit der Bürger willen, auch des Agrarzentrums, und der Feuerwehrleute wird das 40 Jahre alte Feuerwehrhaus gründlichst modernisiert werden. Dies war aus Kostengründen mehrmals verschoben worden. Jetzt ist es unumgänglich und es wird finanziell ein zentrales Projekt in diesem Jahr sein.

Ebenso wie der Ausbau des Kanals im Pommern– und Ostpreußenring! Nachdem wir die Kläranlage in jeder Hinsicht für etliche Millionen auf den neuesten Stand gebracht haben, sind wir die systematische Erneuerung unseres Kanalnetzes angegangen. Ein Zehnjahresprogramm, zunächst! Mit der Maßnahme in diesem Jahr vergrößern wir das Abflussvolumen beim Domholz. Außerdem wird damit auch die Einfallsstraße von Mutterstadt nach Limburgerhof, zusammen mit dem Rad- und dem Fußweg erneuert werden.

Das heißt nach Prioritäten werden wir - so wie die Parkstraße und den Trifelsring zuletzt - sukzessiv eine Straße nach der anderen, einen Kanal nach dem anderen auf den neuesten Stand bringen; ein baulicher Generationen-wechsel gleichsam.

„Das Ganze im Guten zusammenzuhalten!“
Die Arbeit daran in Limburgerhof wird weitergehen. Zum Beispiel in NO II: Dort heißt die Aufgabe, den alten Bebauungsplan der Architekten Speer und Männchen zu überarbeiten. Vielleicht mit einem Blockheizkraftwerk, um in der Gemeinde auch in energetischer Hinsicht voranzukommen.

Dann das Angehen eines Baues für die Sportler. Ebenso die Sanierung des eigentlichen Kinder- und Jugendzentrums.

Dann die Sorge um den Bahnhof in Zusammenarbeit mit der Bahn AG. Der Umgang mit öffentlichem Raum an einigen Stellen in unserer Gemeinde ist ärgerlich!

Dann das Straßenfest. Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger! Es fing an als Nachbarschaftsfest, um die vielbefahrene damalige B 9 zu blockieren, und eine Umgehungsstraße zu erzwingen. Jahrelang sahen wir gerne, dass dieses Fest wuchs. Inzwischen sind damit aber auch erhebliche Probleme gewachsen, die lt. Statistik meist nach 24 Uhr passieren. Es hat uns alle erschüttert, dass der Kontaktbeamte von Schifferstadt, Herr Mikosch, bei den brutalen Fußtritten eines Jugendlichen beinahe zu Tode gekommen war. Ich schlage vor, dass unser Fest, das eines unserer großen Markenzeichen in der Region geworden ist, mit einer Sperrstunde um 23 Uhr endet, sodass man danach noch sicherlich bis 24 Uhr nachbarschaftlich gemütlich zusammensitzen kann.

Das würde auch den Anwohnern der Speyerer Straße helfen. An Qualität würde das Straßenfest sicherlich gewinnen!

Bleibt mir noch an dieser Stelle auch der Sorge um unseren Auszubildenden Herrn Christoph Bub Ausdruck zu geben, der gestern notoperiert worden ist! Wir wünschen ihm von hier aus von Herzen gute Genesung!

Danke meinen Mitarbeitern und allen, die heute Abend zum Gelingen beitragen!
Ihnen, meine lieben Mitbürgerinnen und Mitbürgern, wünsche ich ein gutes Neues Jahr.

Mögen Sie die Zuversicht und auch die Hoffnung in sich tragen, dass es bei allen Widernissen ein gutes Jahr für Sie und ihre Familien wird! Lassen Sie uns miteinander „das Ganze im Guten zusammenhalten!“