Reaktionen der Eltern und Erzieher


Die Eltern haben naturgemäß unterschiedlich auf den Unglücksfall reagiert. Viele Eltern hatten/haben Fragen, die über die Hotline beantwortet wurden/werden. In Einzelfällen wurden Konsequenzen gefordert.

Ansonsten wurde und wird große Anteilnahme gegenüber der Familie des verstorbenen Kindes gezeigt (Trauerbekundungen vor der Kita, am Tag der Erinnerung u.ä.). Es gibt zudem viele schriftliche und mündliche Äußerungen von Eltern, in denen das Vertrauen in die Einrichtung mitgeteilt und zugesichert wird. Auch das eingeschränkte Betreuungsangebot der Kindertagesstätte erfährt große Unterstützung und Verständnis durch die Eltern.

 

Derzeit lastet auf den Beschäftigten im „Haus des Kindes“ ein enormer Druck: Zeugenvernehmungen, Presseanfragen, Wiederaufnahme der Arbeit, Verarbeitung des Geschehens, Ungewissheit über die eigene berufliche Existenz.

Schon am 19.02.2024 trafen sich alle Erzieherinnen und Erzieher, profilergänzende Fachkräfte sowie die Hauswirtschaftskräfte im Haus des Kindes. Dabei wurden alle Beschäftigten von Birgit Reichert (Gesundheitsinstitut-BR) in Gruppen- und Einzelgesprächen betreut. Die Gespräche wurden am 20.02.2024 fortgesetzt.

Im Verlauf des 19.2. zeigte sich, dass rund Zweidrittel der Beschäftigten stark psychisch belastet waren. Lediglich 12 Erzieherinnen und Erzieher sahen sich in der Lage, die Betreuung der Kinder wieder aufzunehmen. Auf den Vorfall hin hatten sich am Tag der Wiederaufnahme des eingeschränkten Betriebes (22.2.2024) 9 Erzieherinnen und Erzieher krank gemeldet.

Die Gemeinde unterstützt den Prozess der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit durch externe Betreuungs-Fachkräfte. Ferner werden derzeit Vertretungskräfte eingestellt. Die Gemeinde ist auch mit Leiharbeitsfirmen in Kontakt.

Der Gemeinde liegen keine gesicherten Erkenntnisse über Pflichtversäumnisse einzelner Beschäftigter vor. Die Ermittlung des Hergangs des Unfallgeschehens ist ausschließlich Aufgabe der Kriminalpolizei. Eine Wertung der Staatsanwaltschaft im Hinblick auf die Ermittlungszwischenstände ist der Gemeinde nicht bekannt. Gerichtsverwertbare Fakten, die eine arbeitsrechtliche Maßnahme rechtfertigen und auch einer juristischen Überprüfung standhalten, führen erst dann unmittelbar zu den angemessenen Konsequenzen. Bis dahin gelten die Unschuldsvermutung und die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers.