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Kappungen in Baumpflege vermeiden
Motorsägen begleiten die nächsten Wochen. Bäume werden gefällt, gekürzt, beschnitten oder radikal gekappt. Wertvolles Grün wird auf „ gefällige Maße“ zurechtgestutzt, weil der Baum zu groß geworden ist, Schatten wirft oder im Herbst seine Blätter fallen lässt. Kein gesunder Baum muss routinemäßig durch Schnittmaßnahmen „gepflegt“ werden, seine Krone wächst in ihrer artspezifischen Gestalt dem Licht entgegen.
Gibt es dennoch Gründe, einen Baum zurückzuschneiden, z.B. weil man die Größe unterschätzt hatte, als zwingende Sicherungsmaßnahme oder weil das Wachstum in eine bestimmte Richtung gelenkt werden soll, rät der BUND, möglichst frühzeitig mit schonenden „Form“schnitten zu beginnen. Nicht jede Baumart toleriert stärkere Rückschnitte, beispielsweise Platanen verfügen über eine wesentlich höhere Regenerationsfähigkeit als Rotbuchen. Radikale Kappungsschnitte sind jedoch für fast jede Baumart fatal! Bei Gehölzen verheilen Wunden nicht auf gleiche Art wie bei Mensch und Tier, stattdessen werden sie von umliegendem Gewebe überwachsen. Ab einer bestimmten Größe der Schnittwunde ist es dem Baum nicht mehr möglich, die Fläche zu verschließen, Pilze und Bakterien dringen in die Leitungsbahnen ein.
Gleichfalls verliert der Baum nach einer Kappung plötzlich sein Versorgungszentrum, die Krone. Um nicht zu verhungern, werden am verbleibenden Stamm und Geäst zahlreiche „schlafende Augen“ geweckt, eine große Anzahl schnell wachsender Triebe, sogenannte „Wasserschösslinge“, sollen den Verlust ausgleichen. Diese müssen in der Folge immer wieder korrigiert werden, so dass man für Jahre zusätzliche Gartenarbeit erworben hat.
Bäume sind lebendige Organismen, die mit ihrer Umgebung wechselwirken. Sie sind eine wichtige und langfristige Investition in die Zukunft. Gönnen Sie sich vor der Auswahl ein bisschen Zeit, um den passenden Baum für Ihren Garten zu finden. Informieren Sie sich bei einer anerkannten Baumschule in der Region über zu erwartende Größe, Wuchsgeschwindigkeit und Wuchsform. Gegebenenfalls notwendige Rückschnitte am besten von einem erfahrenen Baumpflegebetrieb durchführen lassen. Eine kurzfristig „kostengünstigste“ Lösung, insbesondere die Anwendung radikaler Kappungsschnitte, wird oft langfristig teuer bezahlt.
Kontaktinfo: BUND – Kreisgruppe Rhein-Pfalz-Kreis, Limburgerhof@bund-rlp.de



