Wiesenschnitt oder Puppenhaus?


Vor dieser Entscheidung standen Mitglieder des BUND. Organisatorische Gründe hatten verhindert, dass die Streuobstwiese am Rheingönheimer Weg zu einem früheren Zeitpunkt gemäht werden konnte. Die kräftigen Stängel zahlreicher Disteln und anderer Hochstauden waren bereits zur Überwinterung in Besitz genommen: Wildbienen sowie weitere Insekten hatten ihre Nester in die abgetrockneten Pflanzenteile gebaut (siehe Bild 2, Brutzelle einer Wildbiene mit Puppen).  

Ein Kompromiss musste gefunden werden. Man beschränkte sich darauf, eine kleinere Fläche entlang der Straße zu mähen. Dadurch wird verhindert, dass zusätzlich Samen in die benachbarte Neuansaat geweht werden.

Der verbleibende Aufwuchs wird bis Mitte des nächsten Jahres stehen bleiben. Somit ist gewährleistet, dass die Tiere ihre Entwicklung ungestört beenden können. Nachfolgend wird die Wiese in wechselnden Abschnitten 1-2mal jährlich gemäht werden, um Lebensraum und Artenvielfalt zu erhalten. Die benachbarte, insektenfreundliche Ansaat der Gemeinde stellt dazu eine ideale Ergänzung dar.

Wer Wildbienen, Grabwespen und andere nützliche Insekten auf ähnliche Art unterstützen möchte, kann in seinem Garten mit wenig Aufwand vergleichbare Strukturen schaffen:

- Verschieben Sie den „Gartenputz“ auf das nächste Frühjahr.

- Lassen Sie die Stängel von Stauden und Gräsern stehen, wo immer es Ihre Augen tolerieren können.

- Abgeschnittene Himbeer – und Brombeerranken, ebenso Rosentriebe, können Sie an einem sonnigen Plätzchen senkrecht befestigen. Diese sollten abtrocknen und mindestens 2 Jahre stehen bleiben. Ein kreisrundes Loch im Querschnitt deutet auf einen summenden Hausbesetzer. (Fotos: Stubenrauch und Herbold-Weiß).