Wenn der Herbstwind bläst…


Der dritte Hitzesommer in Folge hinterlässt seine Spuren auch im Mutterstadter Wald. Bei vielen Bäumen haben sich bereits die Blätter verfärbt, obwohl es dafür laut Kalender noch ein paar Wochen Zeit hat. Das im Boden verfügbare Wasser reicht nicht aus, die Bäume bilden „Not-Knospen“, ziehen das wertvolle Blattgrün aus den Blättern und stellen sozusagen die Arbeit wegen Wassermangel ein. Andere Bäume, vor allem Kiefern und in diesem Jahr auch viele Birken haben den Sommer nicht überlebt und stehen jetzt mit roter Krone oder ganz kahl da. Förster Spang schätzt, dass mittlerweile schon mind. ¾ der Kiefern sehr schwer geschädigt oder abgestorben sind. Die großen Buchen, meist über 100 Jahre alt, trifft die Trockenheit besonders hart. Ihr großes Kronendach verdunstet sehr viel Wasser, das einfach auch in diesem Sommer nicht vorhanden war. Bei den Buchen stirbt dann der ganze Baum oder oft der obere Teil der Krone ab und stellt dann nach einer gewissen Zeit eine extreme Gefahr bzgl. abbrechender Äste da. Astbruch kann es aber auch bei gesunden, grünen Baumkronen geben. Insbesondere, wenn im Sommer die Wasserversorgung innerhalb vom Baum zusammenbricht, kommt es zu einer Art Unterdruck in Stamm und Ästen, der dazu führt, dass insbesondere bei Pappeln oder großen Eichen Äste aus der Krone brechen. Dies passiert sogar oft bei Windstille.

Vielleicht wird jetzt der erfahrene Waldbesucher etwas ungeprüft sagen: „Früher gab es so etwas nicht!“ Und vielleicht hat er damit sogar Recht, da noch vor 50 – 60 Jahren im Wald die wirtschaftliche Nutzung Vorrang hatte. Die dicken Eichen verkaufte man als wertvolles Stammholz z.B. für den Bau von Fässern und Möbeln ansonsten brauchte man viel Brennholz. Große, reife Bäume wurden genutzt und wieder durch kleine Bäumchen ersetzt. Es gab viel weniger Altholz und weniger Totholz also auch weitaus weniger abbrechende Starkäste und zusammenbrechende Baumkronen oder umgefallene Bäume.

Im Laufe der letzten Jahrzehnte sind andere Funktionen des Waldes wichtig geworden. Die Schutzfunktionen des Waldes wie Grundwasserschutz, Lärm-, und Immissionsschutz sowie der Naturschutz. Vor allem ist der Mutterstadter Wald aber ein Erholungsschwerpunkt in der Region geworden. Hunderte von Waldbesuchern nutzen ihn jeden Tag. So sind die großen, mächtigen Eichen entlang des Floßgrabens die „Charakterbäume“ des Mutterstadter Waldes. Niemand wäre davon begeistert, wenn diese mächtigen Bäume gefällt werden würden. Auch der Waldeigentümer, die Gemeinde Mutterstadt sieht die Erholungs- und Schutzfunktion des Waldes vorrangig. Natürlich profitieren auch viele mittlerweile seltene Tierarten von der Zunahme von Alt- und Totholz.

Die Ästhetik und Schönheit haben aber, wie immer im Leben ihren Preis. Ältere Bäume weisen vermehrt Faulstellen, Totholz, Trockenäste usw. auf und können deshalb gefährlich für die Waldbesucher werden. Vom Forst werden zwar an den Hauptwegen tote Bäume gefällt, die Gefahr von abbrechenden Ästen bleibt aber bestehen.

Da es entlang der vielen Trampelpfade, insbesondere auf Limburgerhofner Gemarkung mittlerweile sehr viel Totholz gibt, empfiehlt der Förster auf den gesicherten Hauptwegen zu bleiben. Bei starkem Wind und Böen sollte man sich zumindest nicht unter alten Bäumen aufhalten. Trotz aller erwähnter Gefahren ist ein Waldbesuch aber immer noch viel weniger risikoreich und viel gesünder als der Aufenthalt im Straßenverkehr.

Insbesondere der Herbst lädt zu schönen Waldspaziergängen ein.

Bei Fragen zum Wald melden Sie sich gerne bei dem Förster Georg Spang Tel: 06232-6580859 oder georg.spang@wald-rlp.de