Besondere Betrugsmasche


Eine Seniorin in LImburgerhof wurde Ende  letzter Woche  von einer Frau angerufen, welche vorgab, sie in Pflegeangelegenheiten beraten zu wollen. Der Einfachheit halber würde das Gespräch aufgezeichnet.  Dann wurde behauptet,  die Aufnahme sei nicht vollständig. Sie müsse wiederholt werden.  Ausdrücklich wurden Bestätigungen mit "Ja"  eingefordert. Daneben seien persönliche Daten abgefragt worden, ohne dass die Angerufene sich informieren konnte,  von wo aus sie angerufen wurde und wer die Anruferin ist.

Am Ende des Gesprächs wurde die Seniorin darüber informiert, dass sie jetzt eine Zeitschrift erhalte, welche im ersten Vierteljahr umsonst sei, dann aber  dann kostenpflichtig werde.

Damit ging es bei dem Anruf  nicht darum, der Seniorin ein Beratungsangebot  in Sachen Pflege zu machen, sondern ihr auf perfide Weise ein Zeitschriftenabonnement unterzuschieben.

Die Verbraucherzentralen informieren hierzu: Wie funktioniert die Abzocke mit dem „Ja“?

Privatpersonen erhalten einen Telefonanruf von einer unbekannten Person. Der Anrufer fragt dann auch noch nach, ob man damit einverstanden ist, dass das Gespräch zur Verbesserung der Beratungsqualität aufgezeichnet wird. Wer auf diese Frage mit „Ja“ statt mit „Ich bin einverstanden“ oder „Das ist in Ordnung“ antwortet, hat schon verloren. Dieser Trick wird auch mit anderen Fragen wie „Hören Sie mich gut?“ oder Können Sie mich verstehen?“ durchgeführt, um als Antwort „Ja“ zu erhalten. Diese Fragen werden einfach zwischendurch im Gespräch gestellt.

Das aufgezeichnete Gespräch wird nämlich von Betrügern so geschickt zusammengeschnitten, dass der Eindruck entsteht, dass die angerufene Person telefonisch  ein Abonnement oder  einen Vertrag abgeschlossen bzw. ein Produkt bestellt hat.  Kurze Zeit nach dem Telefonat erhalten die angerufenen Personen Rechnungen oder Vertragsunterlagen, ggf. begleitet von der angeblich bestellten Ware.

Grundsätzlich ist es so, dass Verträge am Telefon abgeschlossen werden können. Bei der geschilderten Betrugsmasche ist  aber  in der Regel kein Vertrag zustande gekommen, auch wenn die Absender der Verträge und Rechnungen behaupten, die angerufene Person hätte dem Vorgehen am Telefon zugestimmt. Dennoch sollten die Forderungen nicht einfach ignoriert werden.

Die Verbraucherzentrale rät,  den entsprechenden Forderungen formell  zu widersprechen und bis zur Klärung keine Zahlungen zu leisten.

Auf den Internetseiten der Verbraucherzentralen findet man einen Musterbrief zur Abwehr von solchen  unberechtigten Forderungen. Diesen können Betroffene als Vorlage nutzen und an den persönlichen Fall anpassen.

Zudem wird betroffenen Personen geraten, das Vorgehen der Anrufer der Polizei zu melden, welche prüft, ob eine strafbare Handlung vorliegt.

Tipps zum Verhalten am Telefon bei unbekannten Anrufern

Folgende Tipps helfen Ihnen, wenn unbekannte Personen Sie anrufen:

  • Fragen mit einem ganzen Satz beantworten und nicht mit „Ja“.
  • Die Anrufer sind oft sehr hartnäckig. Sagen Sie dem Anrufer in einem sehr bestimmten Ton, dass Sie kein Interesse haben. Im Zweifel einfach auflegen.
  • Wer den Eindruck hat, dass es sich um einen unseriösen Anruf handelt, sollte die Telefonnummer aufschreiben und sie der Verbraucherzentrale oder der Bundesnetzagentur melden. Bei Anrufen von Firmen muss die Telefonnummer zu sehen sein, da sie Personen nicht mit unterdrückter Rufnummer kontaktieren dürfen.