Unentbehrlich und unhonoriert


Die Pandemie verdeutlicht: Viele typische Frauenberufe sind systemrelevant. Doch immer noch werden Frauen in diesen Berufen nicht angemessen bezahlt.

Seit März 1911 feiern Frauen den Internationalen Frauentag. Stand zur damaligen Zeit die Forderung des Frauenwahlrechtes im Vordergrund, richtete sich schon bald der Blick auf die gerechte Bezahlung oder menschenwürdige Arbeitszeiten.

Nicht zu übersehen war bereits im ersten Lockdown, dass gerade Berufe, in denen meist Frauen arbeiten (z.B. Einzelhandel, in der Kranken- und Altenpflege, in Gastronomie oder Kindertagesstätten), wichtig für das Funktionieren der Gesellschaft sind. Aber gerade diese Berufe haben ein schlechtes Image: schlechte Bezahlung, geringe Aufstiegschancen, problematische Arbeitsverträge etc. Gleichzeitig wurde aus der „Familienmanagerin“, die die Familie mit Haushalt, Kindern oder pflegebedürftigen Familienangehörigen am Funktionieren hält, dann auch noch die Hilfslehrerin. Wenn diese Leistungen systemrelevant sind, also unentbehrlich für die Gesellschaft, müssen sie mehr als mit freundlichen Worten und Einmalzahlungen honoriert werden·  

Einkommen, die die Existenz absichern, familienfreundliche Arbeitszeiten, bedarfsgerechte  Kinderbetreuung, Abschaffung der Lohnsteuerklasse V, eine Änderung des und die Reform der Minijobs, um die Sozialversicherung ab der 1. Arbeitsstunde zu garantieren, sind wichtige Schritte auf dem Weg der Gleichberechtigung.