Gemeinschaft vor Ort stabiler Anker in schwierigen Zeiten


Auszüge aus der Ansprache des Bürgermeisters:

„Am Neujahrsempfang stoßen wir auf ein neues Jahr an und hoffen, dass das anstehende Jahr besser, wird als das abgelaufene. Wenn ich auf die letzten 12 Monate zurückblicke, ist dieser Wunsch global gesehen nicht in Erfüllung gegangen. (…) Man möchte eigentlich keine Zeitung mehr lesen (…). Da verwundert es nicht, wenn die Unzufriedenheit der Menschen immer weiter steigt und sich Angst und Verunsicherung bemerkbar machen. (…), die bisherige Gestaltung des Zusammenlebens, unsere Wertevorstellung und die Demokratie geraten (…) ernsthaft in Gefahr.(…) Aus meiner Erfahrung benötigen die Menschen (…) einen stabilen Anker. (…) Ein solcher (…) kann die Familie, der Freundeskreis, der Glaube oder eine funktionierende Gemeinschaft wie unsere Gemeinde sein. Auch wenn an (…) Limburgerhof die Krisen nicht spurlos vorübergegangen sind (…), ist die Bilanz für 2023 doch mehrheitlich positiv.

Verbundenheit der Menschen mit Limburgerhof

Beginnen möchte ich mit unseren Vereinen, die sich im abgelaufenen Jahr an vielen Festen, Feiern und Veranstaltungen beteiligt haben. (…) Es war das erste Jahr seit 2019, in dem wieder alle Elemente des typischen Veranstaltungskalenders stattgefunden haben. Neujahrsempfang, Sommertagsumzug, Feuerwehr-, Bürger-, Straßenfest, Martinsumzug, Rathaussturm und Weihnachtsmarkt. Alle Veranstaltungen waren gut besucht. Dies zeigt die Verbundenheit der Menschen mit Limburgerhof (…).

Nicht im Veranstaltungskalender fehlen darf das kulturelle Element. Auch hier war das ganze Jahr über wieder sehr viel geboten. (…) Allen Kunst- und Kulturschaffenden gilt mein herzlicher Dank!

Wie bereits eingangs erwähnt, sind die Kirchen und Religionsgemeinschaften (…) für viele Menschen ein Anker. Der Glaube gibt Orientierung und Stabilität. Die Angebote sind vielfältig und werden sehr gut angenommen. (…) Diese Unterstützung ist sehr wertvoll und ich danke allen kirchlichen Vertretern für die geleistete Arbeit!

Aufmerksame Zuhörer haben vielleicht gemerkt, dass ich über mein Lieblingsthema noch gar nicht gesprochen habe. (…) Das Ehrenamt. (…) Zu diesem Thema möchte ich ein Angebot nennen, was nach einer coronabedingten Auszeit wieder völlig neu aufgebaut wurde. Der Seniorenbeirat organisiert seit 2023 wieder regelmäßig Ausflüge für Senioren.

Nicht genug danken können wir Menschen, die sich ehrenamtlich für die Allgemeinheit einsetzen und dabei auch ihr Leben oder die Gesundheit riskieren. (…) Alexandra Heid (aus Limburgerhof) leitet bei der Rettungshundestaffel Ludwigshafen/Mannheim die Ausbildung von Hund und Mensch. Die Arbeit verlangt einiges ab, aber die Möglichkeit Leben zu retten, wiegt für sie die Strapazen auf. Ich freue mich sehr, heute Abend Frau Heid begrüßen (und mit einer Anerkennungsurkunde der Gemeinde für ihren Einsatz beim Erdbeben in der Türkei) auszeichnen zu dürfen. (…)

„Normale“ Projekte und große Zusatzbelastungen

In normalen Zeiten würde ich über die Projekte eines Jahres berichten. Wie z.B. über den Ausbau des Hermann-Löns-Weges, (…). Oder über den fertiggestellten Bolzplatz an der Rudolf-Wihr-Schule und die Wiedereröffnung der modernisierten Turnhalle der Carl-Bosch-Schule sowie der (…) Kleiderkammer. Über Bebauungspläne für die Erweiterung von Wohn- und Gewerbegebieten, über die finanzielle Situation der Gemeinde und vieles mehr. (…) 2023 brachte aber weitaus mehr Themen und Aufträge, die uns arbeitstechnisch sehr forderten (…) sorgten:

(…) Die Flüchtlingskrise hat alle Gemeinden (…) vor enorme Herausforderung gestellt. Alleine 2023 hat Limburgerhof 120 Flüchtlinge aufgenommen. (…) Im Ortsgebiet verteilt, auf mehr als 100 Wohnungen, die uns freundlicherweise von den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung gestellt wurden. Mittlerweile wird dieser Wohnraum knapp und wir sind gezwungen, zentrale Unterkünfte einzurichten. (…) Ich möchte allen freiwilligen Helferinnen und Helfern sowie der Beigeordneten Frau Patzelt und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danken, die durch ihren unermüdlichen Einsatz, (…), ihr Bestes tun, die Lage (…) zu beherrschen. Das wird von Tag zu Tag schwieriger. Von einer Willkommenskultur und einer Integration sind wir schlicht wegen der Massen an Flüchtlingen weit entfernt. Dies bereitet uns große Sorge!

Herausfordernd waren auch die Ergebnisse des Dialogforums der Deutschen Bahn zum Teilausbau einer Güterverkehrsstrecke. (…) Diese Entwicklung sahen viele Bürgerinnen und Bürger (…) äußerst kritisch. Insbesondere wegen der enormen Eingriffe in Natur und Lebensraum! (…) Vom ersten Tag an gibt es einen Schulterschluss zwischen Gemeindeverwaltung, Gemeinderat und Bürgerinitiative. (…) in der Folge wurde der Deutschen Bahn (…) klar gemacht, dass die vorderpfälzische Bevölkerung wenig von solchen Mammutprojekten (…) hält und mit deutlichem Widerstand zu rechnen ist, wenn die Deutsche Bahn nicht die wirtschaftlichste (…) Linienvariante auswählt! Aus unserer Sicht wäre dies eine Trasse, die in Baden-Württemberg verläuft. Ich freue mich, heute Abend zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Bürgerinitiative begrüßen zu dürfen. (…) Mit enormem Sachverstand und Energie setzen Sie sich für Limburgerhof und die Vorderpfalz ein. Dafür ein herzliches Dankeschön!

Als ob dies alles noch nicht (…) reichen würde, mussten sich die Gemeindeverwaltung und die betroffenen Anwohner mit Invasoren aus der Tierwelt beschäftigen. (…) Eine Armee von Ameisen hatte beschlossen, sich eine Heimat (…) zu schaffen. Eine herkömmliche Schädlingsbekämpfung zeigte keine Wirkung und so waren wir gezwungen, ein (…) Heiß-Wasser-Schaum-Verfahren anzuwenden. Ein sehr aufwendiges und kostspieliges Verfahren, welches am Ende trotzdem nicht dazu führt, die Ameisen zu beseitigen. Aber eine Eindämmung ist möglich, um eine Ausbreitung zu vermeiden. Invasive Tierarten sind (…) auf dem Vormarsch und so werden wir uns wohl daran gewöhnen müssen, mit weiteren Herausforderungen konfrontiert zu werden (…)

Der Ausblick

Gleich zu Beginn des Jahres startet die Deutsche Giganetz, unterstützt durch die Gemeinde, mit der Vermarktungsphase für ein modernes Glasfasernetz in Limburgerhof. (…) Relativ weit sind auch die Planungen für die Errichtung von Windrädern in der Windkonzentrationszone Limburgerhof-Neuhofen gediehen. (…) Die kommunale Wärmeplanung wird in Kürze ausgeschrieben (…) Die Regelungen des neuen Gebäudeenergiegesetzes gelten erst ab dem Zeitpunkt, ab dem wir verlässlich sagen können, wie die Wärmeversorgung in Limburgerhof aussieht. (…) Aus dem Förderprogramm (…) des Landes erhalten wir rund 340.000 Euro, die wir für den Austausch von Heizungen in kommunalen Liegenschaften, die Anschaffung von Stromspeichern und die Entsiegelung von Flächen einsetzen. Von diesen Mitteln fließen rund 80.000 Euro an die Bevölkerung zurück. Wir werden in Kürze ein Förderprogramm auflegen, welches die Anschaffung von Balkonsolaranlagen und (…) Solarparks auf den Dächern von Garagenhöfen bezuschusst.

Zwei weitere große Themen werden die Modernisierung des Ortszentrums und die Umsetzung des Rechtsanspruches auf eine Ganztagsbetreuung sein. (…) Wegen der enormen Kosten, die zu einem großen Teil von den Eigentümern der Wohnungen und Geschäftsräume getragen werden, wird die Maßnahme auf mindestens 10 Jahre (…) abgearbeitet. Mein Ziel ist es, dass das Ortszentrum spätestens zum 100jährigen Jubiläum der Gemeinde im alten Glanz erstrahlen kann. Mit dem „Gesetz zur ganztägigen Förderung von Kindern im Grundschulalter“ hat der Bundestag einen Rechtsanspruch beschlossen. Ab dem Schuljahr 2026/2027 greift er. (…) Ich habe erhebliche Zweifel, ob die uns in Aussicht gestellten Zuschüsse zur Realisierung ausreichen. Hinzu kommt noch die Praxis. Schon jetzt kämpfen die Schulen mit dem Lehrkräftemangel und Unterrichtsausfall. Ich bin mir aber sicher, dass wir gemeinsam mit dem Gemeinderat und den Schulen eine gute Lösung finden werden.

(…) Ich möchte die Gelegenheit nutzen, den Mitgliedern des Gemeinderates und der Ausschüsse für die gute Zusammenarbeit zum Wohle unserer Gemeinde zu danken. Ausnahmslos alle haben sich hier ehrenamtlich, in fachkundiger und engagierter Art und Weise in die Arbeit eingebracht und viel bewegt.

Wählen gehen!

Den täglichen Medienberichten ist zu entnehmen: Das Vertrauen in politische Institutionen und Parteien ist deutlich gesunken. Aufwind (…) haben diejenigen, die als Protestparteien am rechten und linken Rand einfache Lösungen versprechen. (…) die hohen Prozentzahlen, die jene Parteien gewinnen (…), machen mir Angst. (…) weil ich nicht weiß, was auf uns alle zukommt, wenn eine Mehrheitsfindung nur mit extremen Parteien möglich ist. Das wäre eine besondere Herausforderung, (…). Im Hinblick auf die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 möchte ich Sie daher bitten, wählen zu gehen. (…) Ich bitte Sie auch, sich bei Ihrer Wahlentscheidung zu fragen, wie man, trotz aller Schwierigkeiten und berechtigter Kritik gegenüber der Politik, mit der eigenen Stimme stabile Verhältnisse schaffen kann, welche die ohnehin schon herausfordernde Arbeit der ehrenamtlichen Vertreter unterstützen. Mit Protestwahlen ist auf kommunaler Ebene niemandem gedient und es würde auch der geleisteten Arbeit nicht gerecht.

Zusammenfassend kann man sagen, (…) die Gemeinschaft ist weiterhin stabil und ich wünsche mir, dass wir alle gemeinsam uns auch weiterhin dafür einsetzen, dass dies so bleibt. Denn wer, wenn nicht die Gemeinschaft vor Ort, soll uns ein stabiler Anker in schwierigen Zeiten sein!? Dabei können Sie alle mithelfen. Engagieren sie sich weiter in den Vereinen und Institutionen, unterstützen Sie die zahlreichen Hilfsprojekte und besuchen Sie die Veranstaltungen. So wird es uns (…) gelingen, den Krisen zu trotzen. Wir lassen uns nicht unterkriegen!

Ich möchte nun meine Ansprache schließen, mit dem Dank an alle, die im abgelaufenen Jahr zum Miteinander in unserer Gemeinde beigetragen haben, mit dem Dank an Sie alle. Ich wünsche Ihnen allen von ganzem Herzen ein frohes und vor allem gutes neues Jahr 2024.“

Im Unterhaltungsteil zu sehen waren die Purzelgarde der 1. Karnevalsvereins, die „Schornsteinfeger“ aus dem Haus des Kindes, die Sternsinger der Kirchengemeinde St. Bonifatius, KidsInMotion der DJK Limburgerhof, die Geräteturnabteilung der TG 04 Limburgerhof sowie die „Selbsthilfegruppe“ mit ihrer Version des traditionellen Limburgerhof-Liedes von Charlie Büttner. Imbiß und Umtrunk hatten die Metzgerei Hardt und die Bäckerei Görtz unterstützt.

Den Helfern zu helfen, das hatte Bürgermeister Poignée schon in seiner Ansprache angeregt. Er schlug zwei Institutionen vor, die beim Neujahrsempfang dabei waren:

-       Kindermissionswerk 'Die Sternsinger' e.V., IBAN: DE 95 3706 0193 0000 0010 31, BIC: GENODED1PAX, Pax-Bank eG

  • Rettungshundestaffel LU-MA e.V. Sparkasse Vorderpfalz, IBAN DE92 5455 0010 0000 8325 50.