Die Kapelle im Park

Drei Gebäude geben dem Park Limburgerhof ein eigenes Flair. Schlösschen und Turm standen stets mehr im Blickpunkt. Die Kapelle jedoch hat ihre keineswegs uninteressante Geschichte. Errichtet wurde sie als Simultankapelle für die katholischen und protestantischen Gläubigen, deren Zahl durch den Zuzug der „Aniliner“ ständig stieg. Zum Gottesdienst mussten die Protestanten zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Mutterstadt, die Katholiken nach Schifferstadt gehen. Verständlich, dass die Lust dazu nach einer arbeitsreichen Woche recht gering, und der Kirchenbesuch schlecht war.
So unternahmen die Pfarrer Jakob Burkhardt und Karl Steitz Vorstöße bei der BASF zum Errichten einer Kirche. Die Firma beschloss ein Bethaus, das nach 18 Monaten Bauzeit im September 1911 übergeben wurde. 30.000 Mark kostete die Kirche, deren Saal 18 Meter lang, 9,6 Meter breit und 5 Meter hoch war.
Jede Konfession hatte ihre Altarnische, dazwischen lag die gemeinsam genutzte Kanzel. Auf der Empore stand die Orgel. Die Katholiken hatten Sakristei sowie Kommunionbank, jeder Pfarrer seinen eigenen Eingang. Für die Nutzung der Kapelle gab es strenge Regeln. So durfte keine Konfession läuten, bevor der Gottesdienst der anderen beendet war

Nachdem 1935 Katholiken und 1957 Protestanten ihren Wunsch nach eigenen Kirchen realisierten, mietete die Neuapostolische Kirche (NAK) nach Renovieren und Umgestalten der Innenräume das Gotteshaus an. Die BASF stimmte 1973 einer Sanierung zu und verlängerte den Mietvertrag um vier Jahre mit dem Ziel, das Kirchlein (teilweise Kriegsschäden sowie Reparaturbedarf an Dach und Elektrik) 1977 abzureißen. Dieses Vorhaben wurde hinausgeschoben, bis die NAK die Kapelle im Erbbauvertrag 1981 übernahm. Eine Nutzung war baupolizeilich nicht mehr erlaubt. Die Gemeinde stellte einen Raum zur Verfügung.
Für die Komplettsanierung zeichnete die NAK verantwortlich. Im Oktober 1982 war die Kirche bis auf die Längsmauern abgerissen und bis Dezember 1983 außen im alten Stil wieder aufgebaut. Überwiegend stammt die Biberschwanzziegel-Bedachung vom Verwaltungsgebäude der Zuckerfabrik „Friedensau“. Der Innenraum wurde neu gestaltet (Bild unten). Es gibt nur eine Altarnische mit Kanzel. Gepolsterte Stühle für 130 Personen ersetzen die Holzbänke. Die Wände haben einen freundlichen Anstrich und aus der Stuck- wurde eine Holzdecke. Eine Warmluftanlage sorgt für angenehme Temperaturen. Die Empore wich Gemeinschafträumen. Finanziert wurde die gesamte Maßnahme durch Spenden der Kirchenmitglieder. (dkr)