Die katholische Kirche

Die erste katholische Andachtsstätte auf heutigem Limburgerhofer Gebiet war wohl 1845 die Privatkapelle der Grafenfamilie Waldner von Freundstein im Erdgeschoss des Turms im Park. Durch die BASF, die Wohnkolonien für ihre Mitarbeiter baute, stiegen zu Beginn des vorigen Jahrhunderts die Einwohnerzahlen. Die Betreuung der Katholiken oblag den Pfarreien der umliegenden Gemeinden, hauptsächlich der von Schifferstadt, was sich aber aufgrund der Entfernung nachteilig auf den Besuch von Gottesdiensten auswirkte. Sowohl der katholische als auch der evangelische Geistliche erbaten bei der BASF die Errichtung eines Gebetshauses. Folge war der Bau der Kapelle im Park als Simultankirche mit zwei Altären.
Natürlich war beiden Konfessionen an einem eigenen Gotteshauses gelegen. Nachdem 1922 die Katholiken Limburgerhofs zur selbständigen Pfarrei erklärt wurden, setzte sich der erste Pfarrer Otto Jacob stark für Baugenehmigung und finanzielle Mittel ein. Die Spendenbereitschaft erbrachte 1,2 Millionen Mark, was aber in der Inflation nicht viel wert war. Endlich gelangte die Pfarrei in den Besitz des Baugrundstücks von 5000 Quadratmetern
Ab 1932 setzte Pfarrer Johannes Finck die Bemühungen um den Bau der Pfarrkirche St. Bonifatius fort. Nach langwierigen Verhandlungen erfolgte am 13. Oktober 1935 der erste Spatenstich und am 5. April 1936 die Grundsteinlegung. Am 7. März 1937 zelebrierte Pfarrer Finck die letzte Messe in der Simultankirche und zog dann mit der gesamten Kirchengemeinde in das neue Gotteshaus ein. Gebaut wurde die Kirche unter dem Ludwigshafener Architekten Josef Ohmer, wobei nur Firmen aus Limburgerhof und nächster Umgebung beauftragt wurden. Der Backsteinbau mit Satteldach ist 43 Meter lang, 17 Meter breit und hat einen Chorturm von 36 Metern Höhe, mit einem von Kupferblech überzogenen Holzkreuz. Die Fenster- und Türumrandungen sowie Säulen und Arkaden bestehen aus südpfälzischem Sandstein. Die 14 Kirchenfenster, überwiegend von einzelnen Familien gestiftet, hatte der Mannheimer Kunstmaler Willy Degen gemalt. Sie fielen allerdings den Fliegerbomben im 2. Weltkrieg zum Opfer. Überhaupt hatten 10 Bombentreffer für erhebliche Beschädigungen gesorgt, die mangels finanzieller Mittel erst weit nach Kriegsende behoben werden konnten.
In den Jahren 1985/86 wurden umfangreiche Renovierungsarbeiten sowie die Umgestaltung des gesamten Altarraums aufgrund von Maßgaben des 2. Vatikanischen Konzils erforderlich. Neben Elektroinstallationen, Erneuerung von Kunstfenstern und teilweise der Türen, neuer Heizungsanlage und Malerarbeiten galt es, Kirchenbänke, Holzdecke im Chor und Fußboden herzurichten. Im Altarraum wurden die Kanzel entfernt und Altar, Taufstein, Tabernakel sowie Ambo und Fassung der Marienstatue und Kreuzweg erneuert und geben ein festliches und freundliches Bild ab. (dkr)
Quellen: „Das gedenkt mir noch“, Broschüre „Die Katholische Kirche St. Bonifatius in Limburgerhof“, Pfarrbriefe.