Merkblatt für Hundehalter

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
da es in der Vergangenheit immer wieder zu Konflikten zwischen Hundehaltern, Joggern und Spaziergänger kam, möchten wir Ihnen nachfolgend die wesentlichen gesetzlichen Regelungen auszugsweise näher bringen.
Als Hundehalter haben Sie eine besondere Verantwortung Ihrem Tier gegenüber übernommen. Dies schließt nicht nur die artgerechte Haltung ein, sondern auch die Beachtung der gesetzlichen Vorschriften, die auch Einschränkungen im Interesse des Naturschutzes für den Hundehalter vorsehen. Bedenken Sie bitte, dass Sie beim Ausführen Ihres Hundes eine größere Naturnutzung für sich in Anspruch nehmen als beispielsweise „normale“ Spaziergänger.
In unserer vorderpfälzischen Landschaft, mit ihrer intensiven landwirtschaftlichen Nutzung, finden wildlebende Tiere nur noch einen sehr begrenzten Lebensraum vor. Durch Ausweitung von Neubaugebieten, Gewerbeflächen und dem Straßenbau haben in den letzten Jahrzehnten die Lebensräume des Wildes weiter abgenommen. Gleichzeitig erhöhten sich die Beunruhigungen und Störungen durch vermehrte Freizeitaktivitäten, denen unsere heimischen Wildarten ausgesetzt sind, deutlich. Freilaufende Hunde, die Wild nachsuchen, aufspüren oder hetzen gefährden die Tierwelt in besonderem Maße.
Unangeleint darf Ihr Hund außerhalb bebauter Ortslagen nur laufen, falls er sich in Ihrem Einwirkungsbereich befindet, d.h. der Hund muss sicher auf Pfiff oder Zuruf gehorchen und sofort zu Ihnen kommen und er darf beim Freilauf keine Wildtiere aufspüren oder ihnen nachstellen, denn dadurch würde er wildern. Der Einwirkungsbereich hängt entscheidend davon ab, wie gehorsam der Hund Ihren Anweisungen folgt. Das kann bedeuten, dass ungehorsame Hunde im Freien grundsätzlich anzuleinen sind.

Ordnungswidrigkeiten
Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig Hunde unbeaufsichtigt, also außerhalb seines Einwirkungsbereiches, laufen lässt. Diese Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 5.000 EUR geahndet werden.

Landesgesetzes über gefährliche Hunde (LHundG)
Nach dieser Vorschrift gelten Hunde als gefährlich, die durch ihr Verhalten gezeigt haben, dass sie Wild oder Vieh hetzen oder reißen. In einem solchen Fall ist der Hund von der zuständigen Ordnungsbehörde als gefährlich einzustufen, was mit einer Reihe von Sanktionen für den Hundehalter verbunden ist (Sachkundeprüfung, Leinen- und Maulkorbzwang für den Hund, Kennzeichnung des Hundes, Abschluss einer Haftpflichtversicherung u.a.).

Gefahrenabwehrverordnung der Gemeinde
Über die vorgenanten Regelungen hinaus gibt es in unserer Gemeinde eine sogenannte Gefahrenabwehrverordnung, die z.B. besagt, dass gem. § 3 (Umgang mit Tieren) Tiere von den Haltern und den jeweiligen Verantwortlichen von Kinderspielplätzen fernzuhalten sind und auf öffentlichen Straßen innerhalb bebauter Ortslage Hunde nur angeleint geführt werden dürfen. Außerhalb bebauter Ortslagen sind sie umgehend und ohne Aufforderung anzuleinen, wenn sich andere Personen nähern oder sichtbar werden. Blindenhunde sind ausgenommen, sofern sie als solche besonders gekennzeichnet sind.
Als Hundehalter wollen und sollen Sie verständlicherweise dem Freiheitsbedürfnis Ihres vierbeinigen Freundes Rechnung tragen.
Helfen Sie mit, dass unbeteiligte Personen, wie beispielsweise Spaziergänger, Freizeitsportler, Land- und Forstwirte sowie Straßenverkehrsteilnehmer nicht durch freilaufende Hunde in ihrem Sicherheitsbedürfnis beeinträchtigt werden.
Wir hoffen, Ihnen einen Leitfaden an die Hand gegeben zu haben, der Ihnen hilft, beim Ausführen Ihres Hundes Konflikte zu vermeiden.