Fischer, Theodor: Badische Anilin- und Soda-Fabrik, Arbeiterkolonie Limburgerhof, Lehrerwohnungen (Ansicht)

Entwurfsplanung

DENKMALSCHUTZZONE ALTE UND NEUE KOLONIE 

Quartiersbereich B "Neue Kolonie"

Baurechtliche Festsetzungen Quartierbereich B "Neue Kolonie"

B.1. Art der baulichen Nutzung sowie Räume für freie Berufe (§ 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB i.V.m. §§ 1 bis 15 BauNVO)

Der Quartiersbereich B „Neue Kolonie“ mit den Gebietsteilen B1 bis B6 wird als reines Wohngebiet (WR) festgesetzt. Gemäß § 3 BauNVO i.V.m. § 1 Abs. 6 BauNVO sind

  • zulässig Wohngebäude (§ 3 Abs. 2 BauNVO) und
  • ausnahmsweise zulässig Anlagen zur Kinderbetreuung, die den Bedürfnissen der Bewohner des Gebiets dienen (§ 3 Abs. 2 BauNVO) sowie Anlagen für kulturelle, soziale und gesundheitliche Zwecke (§ 3 Abs. 3 BauNVO) und
  • unzulässig die sonstigen Nutzungen nach § 3 Abs. 3 BauNVO.

Zulässig sind Räume für die Berufsausübung freiberuflich Tätiger und solcher Gewerbebetreibender, die ihren Beruf in ähnlicher Art ausüben (§ 13 BauNVO).

B.2. Maß der baulichen Nutzung (§ 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB i.V.m. §§ 16 bis 21a BauNVO)

B.2.1. 

  • Im Quartiersbereich B „Neue Kolonie“, Gebietsteil B1, beträgt die maximal zulässige Grundflächenzahl (GRZ) 0,4 mit Ausnahme der im Teil I (Planurkunde) mit gekennzeichneten Grundstücken Fl.-Nrn. 778, 779, 780 und 781 für die eine maximal zulässige Grundflächenzahl (GRZ) von 0,5 festgesetzt wird.
  • Im Quartiersbereich B „Neue Kolonie“, Gebietsteil B2, beträgt die maximal zulässige Grundflächenzahl (GRZ) 0,4 mit Ausnahme der im Teil I (Planurkunde) mit gekennzeichneten Grundstücken Fl.-Nrn. 764 und 765 für die eine maximal zulässige Grundflächenzahl (GRZ) von 0,5 festgesetzt wird.
  • Im Quartiersbereich B „Neue Kolonie“, Gebietsteil B3, beträgt die maximal zulässige Grundflächenzahl (GRZ) 0,58.
  • Im Quartiersbereich B „Neue Kolonie“, Gebietsteil B4, beträgt die maximal zulässige Grundflächenzahl (GRZ) 0,4 mit Ausnahme der im Teil I (Planurkunde) mit gekennzeichneten Grundstücken Fl.-Nrn. 750, 751, 760 und 761 für die eine maximal zulässige Grundflächenzahl (GRZ) von 0,5 festgesetzt wird.
  • Im Quartiersbereich B „Neue Kolonie“, Gebietsteile B5 und B6, beträgt die maximal zulässige Grundflächenzahl (GRZ) 0,58.

B.2.2. Die zulässige Grundfläche darf durch die Grundflächen von Stellplätzen mit ihren Zufahrten und von Nebenanlagen im Sinne des § 14 BauNVO sowie von baulichen Anlagen unterhalb der Geländeoberfläche, durch die das Baugrundstück lediglich unterbaut wird, in dem Quartiersbereich B „Neue Kolonie“ mit den Gebietsteilen B1  bis B6 bis zu einer Grundflächenzahl (GRZ) von 0,6 überschritten werden. Weitere Überschreitungen durch Einfriedungen (Zaun- und Toranlagen) sind zulässig.

B.3. Gebäudehöhen und Höhen sonstiger baulicher Anlagen (§ 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB i.V.m. §§ 16 bis 21a BauNVO)

Im Quartiersbereich B „Neue Kolonie“ mit den Gebietsteilen B1 bis B6 dürfen die vorhandenen First- und Wandhöhen der Hauptgebäude (Teilflächen 1a und 1b, siehe Abb. „Neue Kolonie - Detailplan Teilflächen“) und der historischen Anbauten (Teilflächen 2a und 2b, siehe Abb. „Neue Kolonie - Detailplan Teilflächen“) nicht verändert werden. Deren Erhöhung um jeweils max. 6 cm ist ausnahmsweise bei einer Dachsanierung bzw. Neueindeckung zulässig (siehe Teil III „Örtliche Bauvorschriften (Gestaltungssatzung)“, Ziffer B.2.2.2).

Abb.: Neue Kolonie - Detailplan Teilflächen

Unterer Bezugspunkt für die Höhe der baulichen Anlagen auf den Teilflächen 3a und 3b und auf den Teilflächen 4a und 4b ist Oberkante Fertigfußboden (OKFF) = 0,00 m, Eingang Flur, historischer Anbau (Teilflächen 2a und 2b), siehe Planeinträge Abb. „Neue Kolonie - Grundriss Hauptgebäude EG / historischer Anbau (Teilflächen 2a und 2b)“ und Abb. „Neue Kolonie - Schnitt Hauptgebäude EG / historischer Anbau (Teilflächen 2a und 2b)“ jeweils mit Bezugspunkt OKFF = 0,00 m.

Abb.: Neue Kolonie - Grundriss Hauptgebäude EG / historischer Anbau (Teilflächen 2a und 2b)
Abb.: Neue Kolonie - Schnitt Hauptgebäude EG / historischer Anbau (Teilflächen 2a und 2b)

Für die Errichtung eines verglasten Anbaus (Wintergarten) auf den Teilflächen 3a und 3b (siehe auch Teil II „Bauplanungsrechtliche Festsetzungen“, Ziffer B.5.3., Teil III „Örtliche Bauvorschriften (Gestaltungssatzung)“, Ziffer B.3. und Teil IV „Empfehlungen und Hinweise“, Ziffer 10. „Brandschutz“) gelten folgende Höhenfestsetzungen:

Glasanbau mit flachgeneigtem Pultdach -PD-

  • Höhe der Grenzwand an der gemeinsamen Grundstücksgrenze: maximal 3,20 m (entspricht maximaler Firsthöhe)
  • Höhe der Parallelwand bei Grundstücken mit Endhäusern (Hauptgebäude, Teilflächen 1a bzw. 1b) in einem Abstand von maximal 5,0 m zur Grenzwand: maximal 2,80 m
  • Höhe der Parallelwand bei Grundstücken mit Mittelhäusern (Hauptgebäude, Teilflächen 1a bzw. 1b) in einem Abstand von maximal 3,0 m zur Grenzwand: maximal 2,80 m
Abb.: Neue Kolonie - Glasanbau mit Pultdach -PD- (Teilflächen 3a und 3b); maximale Höhen und Breiten

Glasanbau mit flachgeneigtem Satteldach -SD-

  • Firsthöhe: maximal 3,20 m
  • Höhe der Grenzwand an der gemeinsamen Grundstücksgrenze: maximal 2,80 m
  • Höhe der Parallelwand bei Grundstücken mit Endhäusern (Hauptgebäude, Teilflächen 1a bzw. 1b) in einem Abstand von maximal 5,0 m zur Grenzwand: maximal 2,80 m
  • Höhe der Parallelwand bei Grundstücken mit Mittelhäusern (Hauptgebäude, Teilflächen 1a bzw. 1b) in einem Abstand von maximal 3,0 m zur Grenzwand: maximal 2,80 m
Abb.: Neue Kolonie - Glasanbau mit Satteldach -SD- (Teilflächen 3a und 3b); maximale Höhen und Breiten

Glasanbau mit 36° geneigtem Satteldach -SD- (entsprechend der Dachneigung des historischen Anbaus), bei Endhäusern Ergänzung mit flachgeneigtem Pultdach -PD- möglich

  • Firsthöhe: maximal 4,10 m
  • Höhe der Grenzwand an der gemeinsamen Grundstücksgrenze: maximal 3,20 m
  • Höhe der Parallelwand bei Grundstücken mit Endhäusern (Hauptgebäude, Teilflächen 1a bzw. 1b) in einem Abstand von maximal 5,0 m zur Grenzwand: maximal 2,80 m
  • Höhe der Parallelwand bei Grundstücken mit Mittelhäusern (Hauptgebäude, Teilflächen 1a bzw. 1b) in einem Abstand von maximal 3,0 m zur Grenzwand: maximal 2,80 m
Abb.: Neue Kolonie - Glasanbau mit 36° geneigtem Satteldach -SD- (entsprechend der Dachneigung des historischen Anbaus), bei Endhäusern kombinierbar mit flachgeneigtem Pultdach -PD- (Teilflächen 3a und 3b); maximale Höhen und Breiten

Auf den Teilflächen 4a und 4b darf die Höhe der baulichen Anlagen (Pergolen, Überdachungen) maximal 2,80 m betragen, bezogen auf den unteren Bezugspunkt OKFF = 0,00 m.

B.4. Bauweise (§ 9 Abs. 1 Nr. 2 BauGB i.V.m. § 22 BauNVO)

Für den Quartiersbereich B „Neue Kolonie“ mit den Gebietsteilen B1 bis B6 wird abweichende Bauweise gemäß § 22 Abs. 4 BauNVO festgesetzt.

Auf den Teilflächen 1a und 1b (Hauptgebäude) muss bei den Mittelhäusern beidseitig und bei den Endhäusern einseitig an die gemeinsame Grenze angebaut werden. Auf den Teilflächen 2a und 2b (historische Anbauten) muss an die gemeinsame Grundstücksgrenze herangebaut sein.

Auf den Teilflächen 3a und 3b kann einseitig oder beidseitig an die gemeinsame Grundstücksgrenze herangebaut werden.

B.5. Überbaubare und nicht überbaubare Grundstücksflächen (§ 9 Abs. 1 Nr. 2 BauGB i.V.m. § 23 BauNVO)

B.5.1. In dem Quartiersbereich B „Neue Kolonie“ mit den Gebietsteilen B1 bis B6 sind die Grundstücksflächen nur innerhalb der durch Baulinien und Baugrenzen bestimmten Flächen überbaubar. Ausnahmen hiervon sind in Teil II „Bauplanungsrechtliche Festsetzungen“, Ziffern B.6., B.8. und B.9. aufgeführt.

B.5.2. Im Quartiersbereich B „Neue Kolonie“ mit den Gebietsteilen B1 bis B6 sind für die Teilflächen 1a und 1b (Hauptgebäude) und Teilflächen 2a und 2b (historische Anbauten) Baulinien festgesetzt. Ein Vortreten der Eingangsaußentreppen mit Podest, Geländer und Abtrennung sowie ein Zurücktreten der Eingangsvorräume sind zulässig. Weiterhin ist ein geringfügiges Vor- oder Zurücktreten von Gebäudeteilen wie Dachvorsprünge, Fensterbänke, Fensterläden, Fensterflügel, Türflügel, Regenrinnen und Standrohren, Stufen, Wärmedämmungen, Beleuchtungskörpern, Wärmetauschern (Klimaaußengeräte) zulässig. Zur Zulässigkeit (Standort) von Wärmetauschern (Klimaaußengeräte) s. Teil II „Bauplanungsrechtliche Festsetzungen“, Ziffer B.9.3.4). Das Vortreten von Kaminen/Schornsteinen, Rohren und Kabeln von Wärmetauschern (Klimaaußengeräte) ist unzulässig.

B.5.3. Verglaste Anbauten (auch solche, die nicht dauerhaft zum Aufenthalt genutzt werden) dürfen die festgesetzten Baugrenzen der Teilflächen 3a und 3b nicht überschreiten. Zulässig sind nur verglaste Anbauten (Wintergärten) maximal zulässigen Wand- und Firsthöhen (siehe Teil II „Bauplanungsrechtliche Festsetzungen“, Ziffer B.3.), festgesetzten Dachformen und Dachneigungen, einer geschlossenen (blickdichten) Grenzwand sowie Material- und Farbfestsetzungen (siehe Teil III „Örtliche Bauvorschriften (Gestaltungssatzung)“, Ziffer B.3. und Teil IV „Empfehlungen und Hinweise“, Ziffer 10. „Brandschutz“). Anstelle des verglasten Daches ist auch eine begrünte Bedachung zulässig, wobei in jedem Fall, wie auch bei der Grenzwand, der Brandschutz zu gewährleisten ist (siehe Teil II, „Bauplanungsrechtliche Festsetzungen“, Ziffer B.10.4 und Teil III „örtliche Bauvorschriften (Gestaltungssatzung)“, Ziffer B.3. und Teil IV „Empfehlungen und Hinweise“, Ziffern 10. „Brandschutz“ und 6. „Gehölzliste“).

Innerhalb der Teilflächen 4a und 4b sind nur Überdachungen, deren Länge auf maximal 6,0 m begrenzt ist, überdachte und nicht überdachte Terrassen und Pergolen zulässig mit maximal zulässigen Höhen (siehe Teil II „Bauplanungsrechtliche Festsetzungen“, Ziffer B.3.) sowie Material- und Farbfestsetzungen (siehe Teil III „Örtliche Bauvorschriften (Gestaltungssatzung)“, Ziffer B.4.).

B.6. Ausnahmen von der durch Baulinien und Baugrenzen festgesetzten überbaubaren Grundstücksfläche (§ 23 Abs. 3 BauNVO)

Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Bebauungsplans zulässigerweise vorhandene bauliche Anlagen im Quartiersbereich B „Neue Kolonie“ mit den Gebietsteilen B1 bis B6, die die im Bebauungsplan festgesetzten Baulinien und Baugrenzen überschreiten, dürfen in ihrem bisherigen Umfang ausnahmsweise erneuert (saniert) werden. Dies gilt auch für zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Bebauungsplans zulässigerweise vorhandene Nebenanlagen und Einrichtungen i.S.v. § 14 BauNVO sowie Stellplätze (§ 12 BauNVO), die nach den Festsetzungen des Bebauungsplans an ihrem Standort unzulässig sind.

B.7. Stellung baulicher Anlagen - Firstrichtung (§ 9 Abs. 1 Nr. 2 BauGB)

Im Quartiersbereich B „Neue Kolonie“ mit den Gebietsteilen B1 bis B6 ist für die Ausrichtung der Hauptgebäude auf den Teilflächen 1a und 1b und der historischen Anbauten auf den Teilflächen 2a und 2b die im Teil I (Planurkunde) vorgeschriebene Stellung der baulichen Anlagen (Firstrichtung) maßgebend.

B.8. Stellplätze (§ 9 Abs. 1 Nr. 2 und 4 BauGB i.V.m. §§ 12 und 23 Abs. 5 BauNVO)

Im Quartiersbereich B „Neue Kolonie“ mit den Gebietsteilen B1 bis B6 sind nur offene Stellplätze mit ihren Zufahrten ausschließlich auf den hierfür festgesetzten Flächen St zulässig (siehe Eintrag Teil I (Planurkunde)). Carports und Garagen sind generell unzulässig.

Zur Zulässigkeit von E-Ladestationen auf den Stellplatzflächen St siehe Teil II „Bauplanungsrechtliche Festsetzungen“, Ziffer B.9.3.

Zur Materialbeschaffenheit der Stellplätze siehe Teil III „Örtliche Bauvorschriften (Gestaltungssatzung)“, Ziffer B. XY. [Diese sollten in Form und Farbe auf die zukünftigen Materialien des Straßenraums abgestimmt werden]

B.9. Nebenanlagen (§ 9 Abs. 1 Nr. 4 BauGB i.V.m. §§ 14 und § 23 Abs. 5 BauNVO) im Quartiersbereich B „Neue Kolonie“ mit den Gebietsteilen B1 bis B6

B.9.1. Nebenanlagen als Gebäude

Auf den Baugrundstücken ist eine Nebenanlage als Gebäude wie folgt zulässig:

Innerhalb der überbaubaren Teilfläche 3a bzw. 3b unmittelbar an der gemeinsamen seitlichen Grundstücksgrenze und im Anschluss an den historischen Anbau (Teilfläche 2a bzw. 2b) ist eine Nebenanlage als Gebäude bis 30 m³ umbauten Raums anstelle des Wohngebäudes (Wintergarten mit Aufenthaltsraum) zulässig, wobei sie nicht in den historischen Anbau eingreifen darf.

Die Nebenanlage darf die hintere Baugrenze der Teilflächen 3a bzw. 3b um maximal 1,8 m überschreiten; bei den Grundstücken Fl.-Nrn. 693 und 696 (Hanserstraße 9 und 15) darf die seitliche Baugrenze um 1,0 m überschritten werden.

Wird auf den Teilflächen 3a bzw. 3b ein Wintergarten oder eine Nebenanlage als Gebäude gemäß Satz 2 errichtet, dann ist zusätzlich eine Nebenanlage als Gebäude bis 12 m³ umbauten Raums außerhalb der überbaubaren Grundstücksflächen ausschließlich im hinteren Teil des Baugrundstücks mit einem Mindestabstand von 3,0 m zur hinteren Baugrenze der Teilfläche 3a bzw. 3b zulässig.

B.9.2. Nebenanlagen, die keine Gebäude sind

Nebenanlagen, die keine Gebäude sind und nicht mit den Gebäuden der Teilflächen 1a bzw. 1b, 2a bzw. 2b und 3a bzw. 3b verbunden sind, wie Spielgeräte, Spielplätze, Wasserbecken ohne Überdachungen, sind auch außerhalb der überbaubaren Grundstücksfläche auf dem Baugrundstück ab bzw. in Höhe der hinteren gartenseitigen Baulinie des Hauptgebäudes (Teilflächen 1a bzw. 1b) zulässig.

Von dieser räumlichen Zuordnung ausgenommen sind E-Ladestationen auf den Stellplatzflächen St (siehe Teil II „Bauplanungsrechtliche Festsetzungen“, Ziffer B.9.3.).

B.9.3. E-Ladestationen auf Stellplatzflächen St

E-Ladestationen sind auf den festgesetzten Stellplatzflächen St zulässig (siehe Eintrag Teil I (Planurkunde)).

[Inwieweit weitere E-Ladestationen auf den Privatgrundstücken eingerichtet werden können, wird im weiteren Verfahren geprüft.]

B.9.4. Anlagen, die mit den Gebäuden der Teilflächen 1a bzw. 1b, 2a bzw. 2b, 3a bzw. 3b verbunden sind

B.9.4.1. Anlagen zur Nutzung solarer Strahlungsenergie

Anlagen zur Nutzung solarer Strahlungsenergie (Solarthermieanlagen und Photovoltaikanlagen) sind nur zulässig

  • auf den gartenseitigen Dachflächen der Hauptgebäude (Teilflächen 1a und 1b), wobei sie zu First, Ortgang, Traufe und Grat mindestens 0,5 m Abstand einhalten müssen,
  • auf den Dachflächen der historischen Anbauten (Teilflächen 2a und 2b), wobei sie zu First, Ortgang, Traufe und zum Anschluss der Dachflächen an die Außenwände der Hautgebäude mindestens 0,5 m Abstand einhalten müssen und
  • auf den Dachflächen der verglasten Anbauten (Teilflächen 3a und 3b), sofern diese begrünt werden, wobei die Anlagen zu den Dachrändern und zum Anschluss der Dachflächen an die Außenwände des historischen Anbaus mindestens 0,5 m Abstand einhalten müssen.

B.9.4.2. Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen als baulich untergeordnete Anlagen sind innerhalb der Hautgebäude (Teilflächen 1a und 1b) zulässig.

B.9.4.3. Antennen und Parabolanlagen

Pro Baugrundstück ist nur eine private Antennen- bzw. Parabolanlage innerhalb der Teilflächen 2a bzw. 2b (historischer Anbau) zulässig.

B.9.4.4. Wärmetauscher (Klimaaußengerät)

Pro Baugrundstück ist ein Außengerät mit maximal 0,5 m³ Größe zur Klimatisierung des Hauptgebäudes (Teilfläche 1a bzw. 1b) und des historischen Anbaus (Teilfläche 2a bzw. 2b) zulässig. Das Klimaaußengerät darf die Baulinie der Teilflächen 1a bzw. 1b (Hauptgebäude) gartenseitig entweder oberhalb des Daches des historischen Anbaus (Teilflächen 2a und 2b) überschreiten und dort als Wandgerät angebracht werden (siehe Abb. „Neue Kolonie - Positionsbereich Wandgerät Wärmetauscher (Klimaaußengerät)“) oder im Sockelbereich als Standgerät aufgestellt werden (siehe Abb. „Neue Kolonie - Positionsbereich Standgerät Wärmetauscher (Klimaaußengerät)“). Rohre und Kabel sind ausschließlich im Gebäudeinneren zu verlegen (siehe Teil II „Bauplanungsrechtliche Festsetzungen“, Ziffer B.5.2). Für eine Klimatisierung des verglasten Anbaus -Wintergarten- (Teilfläche 3a bzw. 3b) ist ein weiteres Klimagerät ebenerdig als Standgerät in unmittelbarer Verbindung mit diesem Gebäude zulässig, wobei Rohre und Kabel ausschließlich im Gebäudeinneren zu verlegen sind.

Abb. Neue Kolonie - Positionsbereich Wandgerät Wärmetauscher (Klimaaußengerät)
Abb. Neue Kolonie - Positionsbereich Standgerät Wärmetauscher (Klimaaußengerät)

B.9.5. Einfriedungen

Einfriedungen sind auch außerhalb der überbaubaren Grundstücksflächen zulässig (Vorgaben zur Gestaltung, Material und Farbe siehe Teil III „Örtliche Bauvorschriften (Gestaltungssatzung)“, Ziffer B.6.).

B.10. Flächen oder Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft (§ 9 Abs. 1 Nr. 20 BauGB) und Flächen für das Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen sowie Flächen mit Bindungen für Bepflanzungen und für die Erhaltung von Bäumen, Sträuchern und sonstigen Bepflanzungen (§ 9 Abs. 1 Nr. 25 BauGB) im Quartiersbereich B „Neue Kolonie“ mit den Gebietsteilen B1 bis B6

B.10.1. Maßnahme M5 - Stellplätze und Hauszugänge

Werden Stellplätze und Hauszugänge neu angelegt, sind sie ausschließlich mit wasserdurchlässigen Materialien herzustellen.

B.10.2. Maßnahme M6 - Vorgartenflächen (Vga und Vgb; siehe Eintrag Teil I (Planurkunde))

Vorgartenflächen (Vga bzw. Vgb) bilden den Teil des Baugrundstücks zwischen Straßenbegrenzungslinie, den verlängerten seitlichen Baulinien der Hauptgebäude (Teilflächen 1a und 1b) senkrecht zur Straßenbegrenzungslinie oder den senkrecht zu den Straßenbegrenzungslinien verlaufenden privaten Gartenwegen oder den senkrecht zur Straßenbegrenzungslinie verlaufenden offenen Holzzäunen (siehe Teil III „Örtliche Bauvorschriften (Gestaltungssatzung)“, Ziffer B.6.1 und Anlage Bebauungsplan „Denkmalschutzzone Alte und Neue Kolonie“ - Planteil Einfriedungen) und den Baulinien der Hauptgebäude bzw. den Vorderkanten der Eingangstreppenanlagen parallel zur Straßenbegrenzungslinie. Die senkrecht zur Straßenbegrenzungslinie angeordneten Hauszugänge verlaufen innerhalb der Vorgartenflächen.

Die Vorgartenflächen mit Ausnahme der Hauszugänge sind ausschließlich als Grün- oder Gartenflächen zu er- halten bzw. anzulegen und zu pflegen. Die Anlage von Beeten mit rein mineralischem Substrat (z.B. Kiesbeete) sowie Gehwegplatten / Kiesstreifen entlang der Hauptgebäude dürfen maximal ein Drittel der Fläche einnehmen (Hauszugänge werden dabei nicht angerechnet). Auf den Vorgartenflächen sind jedwede andere Nutzungen und Anlagen unzulässig mit Ausnahme der offenen Zaun-/Toranlagen (siehe Teil III „Örtliche Bauvorschriften“, Ziffer B.6.1.).

B.10.3. Maßnahme M7 - Wohngärten (Vorgärten siehe Maßnahme M6, Ziffer B.10.2.)

Die nicht bebaubaren und nicht bebauten Grundstücksflächen sind als Grün- oder Gartenflächen zu erhalten bzw. bei Neugestaltung als solche anzulegen.

B.10.4. Maßnahme M8 - Nicht verglaste Bedachungen der verglasten Anbauten auf den Teilflächen 3a und 3b

Nicht verglaste Bedachungen der verglasten Anbauten auf den Teilflächen 3a und 3b (siehe Teil II, Bauplanungsrechtliche Festsetzungen“, Ziffern B.3 und B.5.3 sowie Teil III, „Örtliche Bauvorschriften (Gestaltungssatzung)“, Ziffer B.3) sind extensiv zu begrünen. Eine intensive Begrünung ist ebenfalls zulässig. Anlagen zur Nutzung solarer Strahlungsenergie (siehe Teil II, „Bauplanungsrechtliche Festsetzungen“, Ziffer B.9.4.1) können mit einer Dachbegrünung kombiniert werden.

B.10.5. Maßnahme M9 - Baumbestand (siehe Eintrag Teil I (Planurkunde)) 

Der im Teil I (Planurkunde) gekennzeichnete Baumbestand mit

  • 4 Laubbaum-Hochstämmen zwischen Speyerer Straße und Quartiersbereich B „Neue Kolonie“, Gebietsteil B1,
  • 4 Laubbaum-Hochstämmen zwischen Quartiersbereich B „Neue Kolonie“, Gebietsteil B2 und Quartiersbereich C „Ehemaliges Feierabendhaus“ und
  • 1 Laubbaum-Hochstamm im Quartiersbereich B „Neue Kolonie“, Gebietsteil B2
  • 1 Laubbaum-Hochstamm im Quartiersbereich B „Neue Kolonie“, Gebietsteil B3
  • 1 Laubbaum-Hochstamm im Quartiersbereich B „Neue Kolonie“, Gebietsteil B6

ist dauerhaft zu erhalten und bei Verlust zu ersetzen.