Fischer, Theodor: Badische Anilin- und Soda-Fabrik, Arbeiterkolonie Limburgerhof, Lehrerwohnungen (Ansicht)

Entwurfsplanung

DENKMALSCHUTZZONE ALTE UND NEUE KOLONIE 

Quartiersbereich B "Neue Kolonie"

Örtliche Bauvorschriften (Gestaltungssatzung) Quartiersbereich B „Neue Kolonie“

B.1. Innere Gestaltung der Hauptgebäude (Teilflächen 1a und 1b) und der historischen Anbauten (Teilflächen 2a und 2b)

Im Gebäudeinneren der Hauptgebäude (Teilflächen 1a und 1b) und der historischen Anbauten (Teilflächen 2a und 2b) sind bauliche Änderungen und Nutzungsänderungen zulässig, sofern sie sich nicht auf die äußere Gestaltung der Gebäude auswirken.

B.2. Äußere Gestaltung der Hauptgebäude (Teilflächen 1a und 1b) und der historischen Anbauten (Teilflächen 2a und 2b)

Die Hauptgebäude (Teilflächen 1a und 1b) bilden unterschiedlich lange Hausgruppen zu den angrenzenden Straßen Speyerer Straße, Berliner Platz, Hanserstraße, Knietschstraße, Carostraße, Knospstraße, Kaiserallee. Elf Hausgruppen bestehen aus 4 Grundstücken mit 2 Mittelhäusern (ohne Grenzabstand) und 2 Kopfhäusern mit einseitigem Grenzabstand, eine Hausgruppe aus 4 Mittelhäusern und 2 Kopfhäusern, zwei Hausgruppen aus 6 Mittelhäusern und 2 Kopfbauten, zwei Hausgruppen aus 8 Mittelhäusern und 2 Kopfbauten und eine Hausgruppe aus 10 Mittelhäusern und 2 Kopfbauten, wobei die letzten 3 Hausgruppen eine Länge von 50 m überschreiten.

Bei den Hauptgebäuden handelt es sich um 1½-geschossige Putzbauten mit 56° geneigten, ausgebauten Satteldächern in Trauflage, zum Teil mit Schopfwalmen (auch Krüppelwalmdach genannt) und unterschiedlich ausgeformten Gauben bzw. Zwerchgiebeln.

Die Eingänge sind paarweise angeordnet und unter korbbogigen Loggien von der Straße in den Baukörper zurückgenommen. Zu diesen führen zweiläufige Freitreppen mit 5 Stufen, Podest und mittigem Sichtschutz.

Bei den historischen Anbauten (Teilflächen 2a und 2b) handelt es sich um einheitlich an den gemeinsamen Grundstücksgrenzen errichtete eingeschossige, verputzte Bauten, die an die Hauptgebäude angebaut sind und ein 36° geneigtes, giebelständiges Satteldach haben.

Die äußere Gestaltung der Hauptgebäude (Teilflächen 1a und 1b) und der historischen Anbauten (Teilflächen 2a und 2b) ist zu erhalten und darf grundsätzlich nicht verändert werden.

B.2.1. Fassadengliederung, Fassadenelemente der Hauptgebäude (Teilflächen 1a und 1b) und der historischen Anbauten (Teilflächen 2a und 2b)

An der historischen Fassadengliederung der Hauptgebäude (Teilflächen 1a und 1b) und der historischen Anbauten (Teilflächen 2a und 2b) ist grundsätzlich keine Veränderung zulässig. Dies gilt auch für die Fassadenelemente verputztes Mauerwerk und Sockel mit Farbanstrich, korbbogige Loggien, zweiläufige Freitreppen, Hauseingangstüren, Fenster und Klappläden.

B.2.1.1 Außenputz, Wärmedämmung und Außenanstrich

Die Struktur des Außenputzes der Hauptgebäude und historischen Anbauten ist grundsätzlich zu erhalten. Bei seiner Erneuerung ist Kalkzementputz mit 2er Körnung, glatt gerieben, zu verwenden. Bestehende Naturstein- Sohlbänke dürfen weder überputzt noch gestrichen werden.

Bei zulässigen Dämm-Maßnahmen sind sie entsprechend dem ursprünglichen Abstand zum Außenputz nach außen zu versetzen. Eine Außendämmung der Hauptgebäude ist nur gartenseitig und bei Kopfbauten auch bauwichseitig bis max. 6 cm Stärke einschließlich Außenputz zulässig. Eine Außendämmung der historischen Anbauten ist bis max. 12 cm Stärke einschließlich Außenputz zulässig.

Die Fassaden sind von Bewuchs freizuhalten.

Bei einem Fassadenanstrich der Hauptgebäude und historischen Anbauten sind je Hausgruppe und Straßenzugehörigkeit die folgenden Farbtöne zu verwenden:

Hausgruppe (Hausnrn.)

Fassadenfarbe (RAL Nr.)

Sockelfarbe (RAL Nr.)

Speyerer Straße 10-16

XXXX

XXXX

Berliner Platz 1-6

XXXX

XXXX

Hanserstraße 2-8

XXXX

XXXX

Hanserstraße 10-16

XXXX

XXXX

Hanserstraße 18-24

XXXX

XXXX

Hanserstraße 17-23

XXXX

XXXX

Knietschstraße 1-15

XXXX

XXXX

Knietschstraße 17-21

XXXX

XXXX

Knietschstraße 18-24

XXXX

XXXX

Carostraße 1-7

XXXX

XXXX

Carostraße 2-20

XXXX

XXXX

Carostraße 9-15

XXXX

XXXX

Knospstraße 10-32

XXXX

XXXX

Knospstraße 34-40

XXXX

XXXX

Kaiserallee 9-27

XXXX

XXXX

B.2.1.2 Hauseingänge, Freitreppen

Die paarweise angeordneten Hauseingänge mit korbbogigen Loggien, die von der Straße aus in die Baukörper (Hauptgebäude; Teilflächen 1a und 1b) zurückgenommen sind, sind unverändert zu erhalten.

Dis gilt auch für die davor angeordneten zweiläufigen Freitreppen mit jeweils 5 Stufen, Podest und zwischengestelltem Sichtschutz, der oben bogenförmig ausgebildet ist und das einfache Stahlgeländer aus Quadratrohren, für das einheitlich ein dunkelbrauner Farbton (RAL XXXX) festgelegt wird.

Bei einer Erneuerung sind Treppenstufen, Podest und Eingang bevorzugt aus rotem Sandstein herzustellen, können aber auch aus entsprechend farbigen Betonsteinen oder mit einfarbigen Spaltklinkern (RAL XXXX) hergestellt werden (anstelle der heute weitgehend vorhandenen geflammten, mehrfarbigen Spaltklinker).

B.2.1.3 Öffnungen, gartenseitige Kelleröffnungen

Die Öffnungen der Hauptgebäude (Teilflächen 1a und 1b), auch der Gauben und Zwerchgiebel sowie der historischen Anbauten (Teilflächen 2a und 2b) dürfen nicht verändert werden.

Ausnahmen gelten für die flachgeneigten Gauben im 2. Dachgeschoss (siehe Teil III „Örtliche Bauvorschriften (Gestaltungssatzung)“, Ziffer B.2.2.3) und für die gartenseitigen Kelleröffnungen, die vertikal vergrößert und mit einem Lichtschacht einschließlich Abdeckung versehen werden dürfen.

B.2.1.4 Hauseingangstüren, gartenseitige Hintertüren, Außentüren

Noch vorhandene originale Hauseingangstüren, gartenseitige Hintertüren und Außentüren der historischen Anbauten aus der Entstehungszeit der Gebäude sind -soweit es ihr Zustand zulässt- zu erhalten bzw. zu restaurieren.

Bei Erneuerung (Ersatz) der in den 1980er/1990er-Jahren eingebauten Hauseingangstüren aus Kunststoff sind diese entsprechend der ursprünglichen, bauzeitlichen Gestaltung herzustellen. Dabei kann zur Vereinfachung ein glattes Türblatt mit einem dem historischen Vorbild entsprechenden vierteiligen Glasfeld mit „Wiener Sprossen“ („unechte Sprossen“, „Denkmalsprossen“) zur Ausführung kommen.

Die gartenseitige Hintertür ist bei Erneuerung nach historischem Vorbild, aufgeteilt in neun Glasfelder mit „Wiener Sprossen“ auszuführen.

Auch die Außentüren der historischen Anbauten sind entsprechend der ursprünglichen, bauzeitlichen Gestaltung herzustellen.

Als Material ist bei einer Erneuerung Holz zu verwenden.

Die Details der Gestaltung sind anhand von Zeichnungen, die bei der Denkmalschutzbehörde erhältlich sind, auszuführen.

Als Farbton ist cremeweiß (RAL XXXX) zu verwenden.

B.2.1.5 Fenster

Die vorhandenen Fenstergrößen und -formate der Hauptgebäude (Teilflächen 1a und 1b) und der historischen Anbauten (Teilflächen 2a und 2b) dürfen nicht verändert werden. Eine Ausnahme bilden die gartenseitigen Erdgeschoss-Fenster der Hauptgebäude.

Bei Erneuerung (Ersatz) der Kunststofffenster aus den 1980er/1990er-Jahren sind die Fenster mit schlanken Profilen entsprechend der ursprünglichen, bauzeitlichen Gestaltung herzustellen.

Die Fenster sind im Erdgeschoss vierflügelig mit je zwei Flügeln unterhalb und oberhalb des Kämpfers auszubilden. Die unteren Flügel sind durch Sprossen in je sechs, die oberen Flügel in je vier gleichgroße Glasfelder einzuteilen.

Die gartenseitigen Erdgeschoss-Fenster können nur vertikal durch Abriss der Brüstung vergrößert werden. Dabei hat die Aufteilung analog zu den vorhandenen Fenstern zu erfolgen, d.h. vierflügelig mit je zwei Flügeln unterhalb und oberhalb des Kämpfers, der sich in Höhe des Bestandes zu befinden hat. Die oberen Flügel sind, wie bei den straßenseitigen Erdgeschoss-Fenstern, in je vier gleichgroße Glasfelder einzuteilen. Bei den unteren zwei Flügeln bzw. Flügeltüren ist die Sprossenaufteilung mit im Abstand sechs Glasfeldern nach diesen Maßvorgaben entsprechend zu ergänzen.

Die Fenster im Obergeschoss sind zweiflügelig mit Sprossen und sechs Glasfeldern je Flügel auszuführen.

Die Sprossen sind als „Wiener Sprossen“ („unechte Sprossen“, „Denkmalsprossen“) auszuführen.

Nur Sprossen im Scheibenzwischenraum der Isolierverglasung sind unzulässig.

Die Fensterflügel sind mit Wetterschenkeln und Stulp im Material der Fensterrahmen zu versehen. Bei der Isolierverglasung sind bedampfte, gefärbte oder stark spiegelnde Glasscheiben unzulässig. Als Material für die Fenster ist bei einer Erneuerung Holz zu verwenden.

Die Details der Gestaltung sind anhand von Zeichnungen, die bei der Denkmalschutzbehörde erhältlich sind, auszuführen.

Als Farbton ist cremeweiß (RAL XXXX) zu verwenden.

Wintergärten und Glasdächer bzw. -überdachungen siehe Teil III „Örtliche Bauvorschriften (Gestaltungssatzung)“, Ziffer B.3. und B.4.

B.2.1.6 Klappläden

Die Klappläden sind zu erhalten und dürfen nicht von den Fassaden der Hauptgebäude (Teilflächen 1a und 1b) entfernt werden.

Bei Erneuerung (Austausch) sind die Klappläden wie bisher zweiflügelig auszubilden und etwa auf Höhe der Kämpfer der Fenster mit einem Querriegel und ansonsten mit waagerechter Lamellenfüllung zu versehen.

Bei einer Vergrößerung des gartenseitigen Erdgeschoss-Fensters (siehe Teil III „Örtliche Bauvorschriften, Quartiersbereich B „Neue Kolonie“ (Gestaltungssatzung)“, Ziffer B.2.1.5) sind die Klappläden hier auf das neue Fenstermaß anzupassen.

Als Material ist bei einer Erneuerung Holz zu verwenden.

Die Details der Gestaltung sind anhand von Zeichnungen, die bei der Denkmalschutzbehörde erhältlich sind, auszuführen.

Die Klappläden einschließlich der Beschläge sind mit einem cremeweißen Anstrich (RAL XXXX), zu versehen.

B.2.1.7 Rollläden, Außenjalousien, Fenstermarkisen, Insektenschutzgitter

Rollläden, Außenjalousien für die Erdgeschoss-Fenster der Hauptgebäude (Teilflächen 1a und 1b) und Fenstermarkisen generell sind unzulässig.

Bei einer Erneuerung (Austausch) der nahezu an allen Fenstern der Obergeschosse vorhandenen Rollladenkästen dürfen diese einschließlich Rollladenpanzer nicht über die Außenkanten der Fensterlaibungen hervortreten.

Sofern statisch tragende Rollladenkästen technisch möglich sind, müssen diese hinter Außenputz verbaut werden, um uneingeschränkte Fensteransichten zu erhalten.

Sichtbare Rollladenkästen und Rollladenpanzer sollen bei einer Erneuerung den Farbton cremeweiß (RAL XXXX) erhalten.

Unauffällig angebrachte Insektenschutzgitter sind an allen Fenstern zulässig.

Bei Dachfenstern im 2. Dachgeschoss (siehe Teil III „Örtliche Bauvorschriften (Gestaltungssatzung)“, Ziffer B.2.2.3) sind flach eingebaute Rollläden und Insektenschutzgitter zulässig.

Bei den Glasanbauten (Wintergärten; Teilflächen 3a und 3b, siehe Teil III „Örtliche Bauvorschriften (Gestaltungssatzung)“, Ziffer B.3.) sind Rollläden, Außenjalousien und Markisen zulässig.

An den historischen Anbauten (Teilflächen 2a und 2b) sind Markisen zulässig. Dies gilt auch auf oder unterhalb der Glasdächer bzw. Pergolen auf den Teilflächen 4a und 4b.

B.2.2. Dächer der Hauptgebäude (Teilflächen 1a und 1b) und der historischen Anbauten (Teilflächen 2a und 2b)

B.2.2.1 Dachformen, Dachneigungen

Dachform und Dachneigung der Hauptgebäude (Teilflächen 1a und 1b) mit 56° geneigten, traufständigen Satteldächern, wobei die Dächer der Kopfbauten teilweise Schopfwalme (auch Krüppelwalmdächer genannt) haben, dürfen nicht verändert werden.

Auch Gauben und Zwerchgiebel dürfen nicht verändert werden, mit Ausnahme der flachen Gauben im 2. Dachgeschoss (siehe Teil III „Örtliche Bauvorschriften (Gestaltungssatzung)“, Ziffer B.2.2.3).

Auch Dachform und Dachneigung der historischen Anbauten (Teilflächen 2a und 2b) mit gemeinsamen 36° geneigten giebelständigen Satteldächern, die an die Hauptgebäude angrenzen, dürfen nicht verändert werden.

B.2.2.2 Dacheindeckung

Sofern der Zustand der vorhandenen Dachziegel der Hauptgebäude (Teilflächen 1a und 1b) und der historischen Anbauten (Teilflächen 2a und 2b) es zulässt, sind diese zu erhalten bzw. wiederzuverwenden. Dies gilt insbesondere für die First- und Gratziegel in historischer Formgebung und Größe.

Bei einer Dachsanierung bzw. Neueindeckung der Dachflächen sind naturrote Bieberschwanz-Tonziegel mit Rundbogenschnitt in Doppeldeckung sowie naturrote First- und Gratziegel aus Ton zu verwenden.

Ortgangziegel sind dort zulässig, wo mit der Hinterlüftung eine Dacherhöhung einhergeht und der Außenputz unmittelbar an die Dachziegel stößt.

Ansonsten sind je nach historischem Bestand Zahnleiste, Stellbrett oder profiliertes Ortgang- und Traufgesims zu erhalten bzw. wiederherzustellen.

B.2.2.3 Gauben, Zwerchgiebel, Dachfenster, Dacheinschnitte, Anlagen zur Nutzung solarer Strahlungsenergie, Kamine, Regenrinnen, Fallrohre, Verwahrungen

Gauben und Zwerchgiebel sind bei den Hauptgebäuden (Teilflächen 1a und 1b) unverändert zu erhalten. Ausnahmsweise können die flachgeneigten Gauben im 2. Dachgeschoss in maximal gleicher Breite durch Dachfenster mit flach eingebauten Rollläden ersetzt werden. Die „Unterkante“ des Dachfensters bildet der Schnittpunkt der vorhandenen Gaube mit der Dachhaut. Für Kopfbauten, die keine Gauben im 2. Dachgeschoss haben, gilt diese Einbaumöglichkeit gartenseitig ebenfalls. Ansonsten sind Dachfenster bei den Hauptgebäuden unzulässig.

Gauben und Zwerchgiebel sind bei den historischen Anbauten (Teilflächen 2a und 2b) unzulässig.

Hochrechteckige Dachfenster (Rahmenhöhe > Rahmenbreite) mit flach eingebauten Rollläden sind auf den Dächern der historischen Anbauten je Dachfläche mit einer maximalen Größe von 2 m² zulässig.

Dacheinschnitte, wie Loggien und Dachbalkone, sind generell unzulässig.

Sind Kamine zu erneuern, sind sie gemäß dem historischen Bestand aus roten Ziegelsteinen (Sichtmauerwerk) zu mauern und nicht zu verputzen. Dies gilt auch für einen zusätzlichen Kamin pro Hauptgebäude (Teilflächen 1a bzw. 1b), der nur innerhalb der Dachflächen errichtet werden darf. Edelstahlkamine an Außenfassaden sind unzulässig (siehe auch Teil II „Bauplanungsrechtliche Festsetzungen“, Ziffer B.5.2).

Regenrinnen, an Gauben nur im rückseitigen Bereich erlaubt, und Fallrohre und deren Befestigungen sind zulässig aus Titanzink und Kupfer, jeweils naturbelassen.

Verwahrungen an den Übergängen von Ziegeleindeckung zu Kaminen, Dachfenstern, Entlüftungsrohren sind in Titanzink oder Kupfer herzustellen.

B.3. Äußere Gestaltung der verglasten Anbauten -Wintergärten- (Teilflächen 3a und 3b)

Zulässig sind verglaste Anbauten (Wintergärten) auf den Teilflächen 3a und 3b zum ganzjährigen oder zeitweiligen Wohnen.

Der verglaste Anbau (Wintergarten) ist mit einer blickdichten Grenzwand zum Nachbarn und mit Anschluss an den historischen Anbau (Teilflächen 2a bzw. 2b) herzustellen. Die Öffnung zwischen den beiden Gebäuden darf maximal 1,0 m breit und 2,20 m hoch sein. Dach und Wände des verglasten Anbaus sind mit Ausnahme der Grenzwand zu verglasen. Anstelle des verglasten Daches ist eine begrünte Bedachung, auch kombiniert mit Anlagen zur Nutzung solarer Strahlungsenergie zulässig (siehe Teil II „Bauplanungsrechtliche Festsetzungen“, Ziffern A.9.4.1 und A.10.4 und zum Standort des Wärmetauschers Ziffer A.9.4.4). Die entsprechenden bautechnischen Vorschriften einschließlich denen des Brandschutzes sind einzuhalten. Sonnenschutzsysteme, ggf. auch Sonnenschutzgläser und Lüftungssysteme, ggf. mit Wärmetauscher sind zulässig.

Als Dachformen sind zulässig:

  • flachgeneigtes Pultdach (PD),
  • flachgeneigtes Satteldach (SD) und
  • 36° geneigtes Satteldach (SD), wie die Dachneigung des historischen Anbaus (Teilfläche 2a bzw. 2b), kombiniert mit einem flachgeneigten Pultdach (PD) auf den Grundstücken mit Endhäusern (Teilfläche 1a bzw. 1b).

Dabei sind die jeweiligen maximalen Wand- und Firsthöhen einzuhalten (siehe Teil II „Bauplanungsrechtliche Festsetzungen“, Ziffern B.3. und B.5.3.).

Für die Tragkonstruktion, Fenster- und Türprofile sowie Halterungen sind übliche Materialien wie Holz, Aluminium, Stahl und Kunststoff zulässig.

Als Farben hierfür sind cremeweiß (RAL XXXX), weiß (RAL XXXX) und anthrazit (RAL XXXX) zulässig.

B.4. Äußere Gestaltung der Überdachungen, Terrassenüberdachungen und Pergolen (Teilflächen 4a und 4b) 

Als Überdachungsmaterial sind Glas, Polycarbonat- und Acrylplatten, jeweils klar und auch mit UV-Schutz zulässig.

Als Dachformen sind zulässig:

  • Pultdach (PD) und
  • Flachdach (FD),

wobei die maximal zulässige Höhe 2,80 m beträgt (siehe Teil II „Bauplanungsrechtliche Festsetzungen“, Ziffern B.3. und B.5.3.).

Für die Tragkonstruktion und Halterungen sind übliche Materialien wie Holz, Aluminium, Stahl und Kunststoff zulässig. Eine evtl. Befestigung der Tragkonstruktion an den Sparren des historischen Anbaus (Teilfläche 2a bzw. 2b) hat mit entsprechenden Verbindern bzw. Haltern möglichst unauffällig, d.h. ohne Beeinträchtigung der Dacheindeckung zu erfolgen.

Als Farben für die Tragkonstruktion und Halterungen sind cremeweiß (RAL XXXX), weiß (RAL XXXX) und anthrazit (RAL XXXX) zulässig.

B.5. Werbeanlagen

Im gesamten Quartiersbereich B „Neue Kolonie“ sind nur Hinweisschilder bis 0,3 m² Größe an der Stätte der Leistung zulässig, die nicht mit der Gebäudefassade, der Außentreppenanlage oder Einfriedung verbunden sind. Das Hinweisschild darf ausnahmsweise im Vorgarten aufgestellt werden.

B.6. Einfriedungen

Einfriedungen mittels Mauern, Mauerscheiben (L-Steine, U-Steine), Pflanzringen, Pflanzsteinen, Gabionen sind generell unzulässig.

Feste Einfriedungen (offene und geschlossene Zaun-/Toranlagen) und Lebendzäune sind auf den Grundstücksflächen nur wie folgt zulässig (Bezeichnung und Lage der Einfriedungen siehe Abb. „Neue Kolonie - Detailplan Einfriedungen“ und Anlage Bebauungsplan „Denkmalschutzzone Alte und Neue Kolonie“ - Planteil Einfriedungen).

Abb.: Neue Kolonie - Detailplan Einfriedungen

B.6.1. Straßenseitige Zaun-/Toranlagen „L“ und „J“ entlang den Straßenbegrenzungslinien

Entlang den Straßenbegrenzungslinien sind die in der Planunterlage „Neue Kolonie - Detailplan Einfriedungen“ eingetragenen Zaun-/Toranlagen „L“ (Lattenzaun) und „J“ (Jägerzaun) zu erhalten bzw. zu errichten.

Bei den mit „L“ gekennzeichneten Zaun-/Toranlagen handelt es sich um offene, senkrechte Holzlattenzäune mit einer Elementhöhe von 0,8 m (an zwei horizontalen Holzriegeln sind senkrechte gerade Latten (5 bis 9 cm breit) mit Abstand zueinander (ca. 5 cm) angebracht und gleichhohen, max. 1,20 m breiten Torelementen als Abschluss der Hauszugangswege.

Wo ein mit „J“ gekennzeichneter Jägerzaun (Scherenzaun. Kreuzzaun) aus x-förmig angebrachten Holzlatten mit einer Elementhöhe von 0,8 m und gleichhohen, max. 1,20 m breiten Torelementen als Abschluss der Hauszugangswege vorhanden ist, soll dieser beibehalten werden.

Mit Ausnahme der Vorgartenflächen im Gebietsteil B1 entlang der „Speyerer Straße“ und „Berliner Platz“ sowie im Gebietsteil B2 entlang der „Hanserstraße“, geradzahlige Hausnrn. 2-16 (siehe Eintrag Teil I (Planurkunde) „Vga“ bzw. „Vgb“ und Teil II „Bauplanungsrechtliche Festsetzungen“, Ziffer B.10.2.), können die entlang der Straßenbegrenzungslinien verlaufenden Zaunanlagen „L“ und „J“ mit einem Lebendzaun (Hecke) bis 1,80 m Höhe hinterpflanzt werden.

Die festgesetzten Stellplatzflächen (siehe Eintrag Teil I (Planurkunde) „St“ und Teil II „Bauplanungsrechtliche Festsetzungen“, Ziffer B.8.) sind zu den Gartenflächen hin mit einer Zaunanlage „L“ bzw. „J“ (Elementhöhe 0,8 m) abzugrenzen. Sie können mit einem Lebendzaun (Hecke) bis 1,8 m Höhe hinterpflanzt werden.

Eine zweite Toranlage in „L“ bzw. „J“ max. 1,5 m breit und 0,8 m hoch zum Erreichen der Wohngärten ist zulässig. Zaun-/Toranlagen sind in den Gebietsteilen B2 („Knietschstraße“), B3, B4, B5 und B6 zwischen Stellplatz/ Vorgartenflächen „Vga“ bzw. „Vgb“ und Straßenbegrenzungslinie nicht zulässig.

Als Farbe für die Zaun-/Toranlagen ist braun zulässig.

B.6.2. Einfriedungen EA1 und EB1 an oder auf den gemeinsamen Grundstücksgrenzen im Gartenbereich, die senkrecht zu den Hauptgebäuden (Teilflächen 1a und 1b verlaufen)

Einfriedungen EA1 und EB1 sind zulässig

  • auf einer Länge von max. 10,0 m an oder auf den gemeinsamen Grundstücksgrenzen, beginnend auf Höhe der hinteren Baulinie der Hauptgebäude (Teilflächen 1a und 1b) parallel zum historischen Anbau (Teilflächen 2a und 2b) und
  • auf einer Länge von max. 4,0 m an oder auf den gemeinsamen Grundstücksgrenzen im Anschluss an den historischen Anbau (Teilflächen 2a und 2b) sofern auf den jeweiligen Teilflächen 3a und 3b kein Gebäude besteht oder errichtet wird.

Die Einfriedungen EA1 und EB1 können wie folgt ausgeführt werden

  • als Lebendzaun (Hecke) bis 1,8 m Höhe (hierfür geeignete Pflanzen siehe Teil IV „Empfehlungen und Hinweise“, Ziffer 6.) oder
  • als Zaunanlage aus Holz (offen oder geschlossen) mit einer maximalen Elementhöhe von 1,8 m oder
  • als offene Zaunanlagen aus Holz, Maschendraht, Stabgitter-, Doppelstabmattenelementen (ohne Sichtschutzelemente) mit einer Elementhöhe von maximal 1,25 m.

Die Zaunanlagen können mit einem bis 1,8 m hohen Lebendzaun (Hecke) kombiniert (hinterpflanzt) werden. Hierfür geeignete Pflanzen siehe Teil IV „Empfehlungen und Hinweise“, Ziffer 6.

Eine bauliche Verbindung der Zaunanlage mit dem historischen Anbau (Teilflächen 2a bzw. 2b) ist unzulässig. Als Farben für die Zaunanlagen sind braun, anthrazit, schwarz und grün zulässig.

B.6.3. Zaunanlagen EA2 und EB2 an oder auf den seitlichen Grundstücksgrenzen im Anschluss an die Einfriedungen EA1 und EB1 und an den rückwärtigen Grundstücksgrenzen bzw. rückwärtig verlaufenden Gartenwegen sowie seitlich verlaufenden Gartenwegen

Zaunanlagen EA2 und EB2 sind zulässig an oder auf den seitlichen Grundstücksgrenzen im Anschluss an die Einfriedungen EA1 und EB2 und an den rückwärtigen Grundstücksgrenzen bzw. rückwärtig verlaufenden Gartenwegen sowie seitlich verlaufenden Gartenwegen.

Die Einfriedungen EA2 und EB2 können wie folgt ausgeführt werden

  • als Lebendzaun (Hecke) bis 1,25 m Höhe (hierfür geeignete Pflanzen siehe Teil IV „Empfehlungen und Hinweise“, Ziffer 6.) oder
  • als offene Zaunanlagen aus Holz, Maschendraht, Stabgitter-, Doppelstabmattenelementen (ohne Sichtschutzelemente) mit einer Elementhöhe von maximal 1,25 m und Toranlagen mit einer Elementhöhe von maximal 1,25 m und einer Breite von maximal 1,50 m.

Die Zaunanlagen können mit Lebendzäunen (Hecken) bis 1,25 m Höhe kombiniert (hinterpflanzt) werden. Hierfür geeignete Pflanzen siehe Teil IV „Empfehlungen und Hinweise“, Ziffer 6.

Als Farben für die Zaunanlagen sind braun, anthrazit, schwarz und grün zulässig.