Fischer, Theodor: Badische Anilin- und Soda-Fabrik, Arbeiterkolonie Limburgerhof, Lehrerwohnungen (Ansicht)

Entwurfsplanung

DENKMALSCHUTZZONE ALTE UND NEUE KOLONIE 

Quartiersbereich C "Ehemaliges Feierabendhaus"

Örtliche Bauvorschriften (Gestaltungssatzung) Quartiersbereich C „Ehemaliges Feierabendhaus“

C.1. Innere Gestaltung des historischen Gebäudes (Teilfläche 1)

Im Gebäudeinneren des historischen Gebäudes (Teilfläche 1, Ehemaliges Feierabendhaus) sind bauliche Änderungen und Nutzungsänderungen zulässig, sofern sie sich nicht auf die äußere Gestaltung der Gebäude auswirken.

C.2. Äußere Gestaltung des historischen Gebäudes (Teilfläche 1)

Bei dem ehemaligen Feierabendhaus (historisches Gebäude, Teilfläche 1) handelt es sich um eine in der Achse des Berliner Platzes gelegene, an klassizistische Schlossbauten angelehnte Anlage. Der großvolumige Putzbau über einen Natursteinsockel ist mit Satteldächern versehen. Drei unterschiedlich ausgebildete Fassaden mit unterschiedlich gestalteten Zugängen kennzeichnen den Baukörper. Die Hauptfassade ist zum Berliner Platz hingewandt. Sie weist zwei giebelständige Seitenrisalite auf, zwischen denen die Freitreppe zum (ehemaligen) Haupteingang angeordnet ist.

Das historische Gebäude wurde 2011 zu einem Wohnhaus umgebaut. Die damit einhergehenden Veränderungen mit Balkonen, Gauben, Fenster, Türen ordnen sich in das Gesamterscheinungsbild und die Gebäudekubatur ein. Die äußere Gestaltung des historischen Gebäudes (Teilfläche 1) ist nach der 2011 erteilten Bau- und denkmalrechtlichen Genehmigung zu erhalten.

Auch der gleichzeitig auf der Westseite erfolgte Wohnanbau (Teilfläche 2) hat den Denkmalwert des historischen Gebäudes (Teilfläche 1) nicht wesentlich zu beeinträchtigen.

C.2.1. Fassadengliederung, Fassadenelemente des historischen Gebäudes (Teilfläche 1)

Die 2011 genehmigte Fassadengliederung des historischen Gebäudes (Teilfläche 1, ehemaliges Feierabendhaus) darf grundsätzlich nicht verändert werden. Das gilt auch für die Fassadenelemente verputztes Mauerwerk, Natursteinsockel, Loggien bzw. Balkon, Fenster, Klappläden (Südost-Fassade, Knospstraße, 1. und 2. Obergeschoss), Hauseingänge mit Türen, Hauseingangsüberdachung (Nordwest-Fassade, Hanserstraße), Freitreppen (Eingänge Berliner Platz, Hanserstraße, Knospstraße).

C.2.1.1 Außenputz und Außenanstrich des historischen Gebäudes (Teilfläche 1)

Die Struktur des Außenputzes des historischen Gebäudes ist grundsätzlich zu erhalten. Dies gilt auch für seine Erneuerung oder Ausbesserung. Naturstein-Sohlbänke sind zu erhalten und dürfen weder überputzt noch gestrichen werden. Eine Außendämmung der Fassaden -mit Ausnahme eines Wärmedämmputzes- ist unzulässig. Die Fassaden des historischen Gebäudes sind von Bewuchs freizuhalten.

Für einen Fassadenanstrich ist folgender Farbton zu verwenden: beige (RAL XXXX).

C.2.1.2 Hauseingänge, Freitreppen, Eingangsüberdachung des historischen Gebäudes (Teilfläche 1)

Die unterschiedlich gestalteten Zugänge des historischen Gebäudes an der Knospstraße, Hanserstraße und vom Berliner Platz aus (Parkseite) sind unverändert zu erhalten.

Eingang Knospstraße (heute Nebeneingang): Bogenförmige Loggia mit Natursteinen eingefasst, mit vorgelagerter gegenläufiger Treppenanlage mit Podest und Wange aus Natursteinen mit Metallgeländer.

Eingang Parkseite, Berliner Platz (ursprünglich Haupteingang, heute Nebeneingang): Eingangsterrasse mit vorgelagerter Pyramidentreppe aus Natursteinen, bogenförmiger Eingang mit Natursteinen eingefasst.

Eingang Hanserstraße (heute Nebeneingang): Öffnung für zweiflügelige Türanlage mit Natursteinfassung und Überdachung und Pyramidentreppe aus Natursteinen.

C.2.1.3 Öffnungen des historischen Gebäudes (Teilfläche 1)

Die Öffnungen des historischen Gebäudes für Außentüren, Fenster, auch Kellerfenster, sowie der Gauben und Zwerchgiebel dürfen nicht verändert werden. Grundlage bildet die bau- und denkmalrechtliche Genehmigung aus 2011.

C.2.1.4 Hauseingangstüren des historischen Gebäudes (Teilfläche 1)

Die Hauseingangstüren an der Knospstraße und am Berliner Platz (Parkseite) haben nach den Plänen der bau- und denkmalrechtlichen Genehmigung aus 2011 bogenförmige Glasoberlichter und 6 Glasfelder (Knospstraße) und 4 Glasfelder oberhalb der Holzfüllung mit Gitterwerk (Berliner Platz). An der Hanserstraße hat die zweiflügelige Tür pro Flügel 1 sechseckiges Glasfeld, das wiederum in kleine viereckige Glasfelder unterteilt ist.

Alle 3 Türen sind aus Holz und bei einer Erneuerung wieder in Holz auszuführen. Die Details der Gestaltung sind bei der Denkmalschutzbehörde erhältlich.

Farbton Knospstraße: … (RAL XXXX) Farbton Berliner Platz: … (RAL XXXX) Farbton Hanserstraße: … (RAL XXXX)

C.2.1.5 Fenster des historischen Gebäudes (Teilfläche 1)

Die vorhandenen Fenstergrößen und -formate des historischen Gebäudes (Teilfläche 1) einschließlich derjenigen, die aufgrund der bau- und denkmalrechtlichen Genehmigung 2011 zusätzlich in den Fassaden eingefügt wurden, dürfen nicht verändert werden.

Die Fenster sind vierflügelig mit je zwei Flügeln unterhalb und oberhalb des Kämpfers ausgebildet, mit Ausnahme der beiden zweiflügeligen Fenster neben der Eingangstür an der Knospstraße und jeweils 2 kleinformatigen Fenstern an der Südost- und Nordost-Fassade.

Die oberen Flügel sind jeweils in gleichgroße Glasfelder eingeteilt, wobei drei Fenster des 2. Obergeschosses an der Knospstraße Rundbögen haben.

Die unteren Flügel sind durch Sprossen (Wiener Sprossen) in je vier gleichgroße Glasfelder eingeteilt, mit Ausnahme der Fenster im 1. Obergeschoss zwischen den beiden Risaliten zum Berliner Platz (Parkseite) hin und im 1. Obergeschoss zur Hanserstraße hin. Hier sind die Fensterflügel unterhalb der Kämpfer aufgrund der größeren Höhe der Fenster in je sechs gleichgroße Glasfelder eingeteilt.

Die Fenster sind aus Holz hergestellt. Dieses Material ist auch bei einer Erneuerung zu verwenden. Bei der Isolierverglasung sind bedampfte, gefärbte oder stark spiegelnde Glasscheiben unzulässig.

Die Details der Gestaltung sind bei der Denkmalschutzbehörde erhältlich. Farbton: cremeweiß (RAL XXXX).

C.2.1.6 Klappläden an der Südost-Fassade des historischen Gebäudes (Teilfläche 1)

Die vorhandenen Klappläden im 1. und 2. Obergeschoss der Südost-Fassade an der Knospstraße sind zu erhalten und dürfen nicht von der Fassade entfernt werden.

Bei Erneuerung (Austausch) sind die Klappläden wie bisher zweiflügelig auszubilden und etwa auf Höhe der Kämpfer der Fenster mit einem Querriegel zu versehen. Die Klappläden im 2. Obergeschoss haben einen stichbogigen Abschluss, die im 1. Obergeschoss einen geraden Abschluss. Die Klappläden im 2. Obergeschoss haben oberhalb der Querriegel eine waagerechte Lamellenfüllung und unterhalb eine geschlossene Bretterfüllung. Die Klappläden im 1. Obergeschoss haben oberhalb und unterhalb der Querriegel eine waagerecht verlaufende Lamellenfüllung.

Als Material ist bei einer Erneuerung Holz zu verwenden.

Die Details der Gestaltung sind anhand von Zeichnungen, die bei der Denkmalschutzbehörde erhältlich sind, auszuführen.

Die Klappläden sind einschließlich der Beschläge mit einem grünen Anstrich (RAL XXXX), zu versehen.

C.2.1.7 Rollläden, Außenjalousien, Außenmarkisen, Insektenschutzgitter am historischen Gebäude (Teilfläche 1) 

Rollläden, Außenjalousien, Außenmarkisen sind unzulässig mit Ausnahme an den Schleppgauben, wo die Rollladenkästen in die Konstruktion integriert sind und die Fensteransichten nicht verdecken. Auch bei Dachflächenfenstern sind flach eingebaute Rollläden zulässig (siehe Teil III „Örtliche Bauvorschriften (Gestaltungssatzung)“, Ziffer C.2.2.3).

Unauffällig angebrachte Insektenschutzgitter sind an allen Fenstern zulässig.

C.2.2. Dach des historischen Gebäudes (Teilfläche 1)

C.2.2.1 Dachformen und Dachneigungen des historischen Gebäudes (Teilfläche 1)

Die 20° und 30° geneigten Satteldächer (SD) bzw. 43° geneigten Satteldächer der Seitenrisalite dürfen nicht verändert werden.

Dies gilt auch für Zwerchgiebel, Gauben einschließlich der 2011 bau- und denkmalrechtlich genehmigten zusätzlichen Dachgauben und Dachfenster.

Abb. Ehemaliges Feierabendhaus - Dachformen und Dachneigungen

C.2.2.2 Dacheindeckung des historischen Gebäudes (Teilfläche 1)

Die Dacheindeckung des historischen Gebäudes (Teilfläche 1) mit Naturschiefer ist zu erhalten und auch bei einer Dachsanierung bzw. Dacherneuerung zu verwenden (siehe auch Teil II „Bauplanungsrechtliche Festsetzungen“, Ziffer C.3).

C.2.2.3 Gauben, Zwerchgiebel, Dachflächenfenster, Dacheinschnitte, Anlagen zur Nutzung solarer Strahlungsenergie, Kamine, Regenrinnen, Fallrohre, Verwahrungen des historischen Gebäudes (Teilfläche 1)

Die vorhandenen Zwerchgiebel und Dreiecksgauben sind unverändert zu erhalten. Dies gilt auch für die 2011 mit bau- und denkmalrechtlicher Genehmigung errichteten Schleppgauben, die mit Zink (Stehfalz) eingedeckt sind. Deren zweiflügelige Fenster sind pro Flügel mittels Sprossen (unechte Sprossen, Wieber Sprossen) in 2 gleichgroße Glasfelder eingeteilt. Diese Fensterausführung ist beizubehalten. Auch Form und Größe der einheitlich großen hochrechteckigen Dachflächenfenster sind beizubehalten. Integrierte Rollläden sind bei den Gauben und Dachflächenfenstern zulässig. Bei den Gauben ist die Farbe des Rollladenpanzers beige und bei den Dachflächenfenstern anthrazit/schwarz. Weitere Gauben und Dachflächenfenster sind nicht zulässig.

Dacheinschnitte, wie Loggien und Dachbalkone sowie Anlagen zur Nutzung solarer Strahlungsenergie sind unzulässig.

Bei einer Erneuerung des Kamins ist dieser zu verputzen, zu verschiefern oder mit Zinkblech zu verkleiden. Edelstahlkamine an den Außenfassaden sind unzulässig (siehe auch Teil II „Bauplanungsrechtliche Festsetzungen“, Ziffer C.5.2).

Regenrinnen, Fallrohre, Befestigungen und Verwahrungen sind in Titanzink auszuführen.

C.3. Äußere Gestaltung des Wohnanbaus (Teilfläche 2) an das historische Gebäude (Teilfläche 1)

Der dreigeschossige Wohnanbau (Teilfläche 2), abgesetzt durch eine Glasfuge vom historischen Gebäude (Teilfläche 1), ist in seiner Kubatur maßgeblich durch die planungsrechtlichen Festsetzungen bestimmt (siehe Teil II „Bauplanungsrechtliche Festsetzungen“, Ziffern C.2. bis C.5.).

Die Dachform ist als Walmdach(WD) festgesetzt mit einer einzuhaltenden Dachneigung von 20°. Dachaufbauten, -einschnitte und -fenster sind unzulässig (zur Zulässigkeit von Anlagen zur Nutzung solarer Strahlungsenergie siehe Teil II „Bauplanungsrechtliche Festsetzungen“, Ziffer C.9.2.1).

Als Dacheindeckungsmaterial ist zulässig Zink (Stehfalz), alternativ Naturschiefer. Regenrinnen, Fallrohre, Verwahrungen sind in Titanzink auszuführen. Das Gebäude ist zu verputzen, Farbton: altweiß (RAL XXXX).

Für Fenster- und Türprofile sind übliche Materialien, wie Holz, Aluminium, Stahl und Kunststoff zulässig. Als Farbton ist schwarz, anthrazit oder weiß zu wählen.

Rollläden sind zulässig, wobei der Rollladenkasten von der Putzfassade vollständig verdeckt sein muss. Farbton der Rollladenpanzer einheitlich: beige (RAL XXXX).

Die Balkongeländer sollen aus senkrechten Stäben bestehen.

An der Südwest-Fassade sind Markisen im Bereich der Balkone zulässig.

C.4. Werbeanlagen

Im Quartiersbereich C „Ehemaliges Feierabendhaus“ sind nur Hinweisschilder bis 0,3 m² Größe an der Stätte der Leistung zulässig, die nicht mit der Gebäudefassade, der Außentreppenanlagen verbunden sind. Das Hinweisschild kann im Zugangsbereich des Haupteingangs (Teilfläche 2) an der Hanserstraße aufgestellt werden.

C.5. Einfriedungen

Material, Bezeichnung und Lage der Einfriedungen siehe Abb. „Ehemaliges Feierabendhaus - Detailplan Einfriedungen“ und Anlage Bebauungsplan „Denkmalschutzzone Alte und Neue Kolonie - Planteil Einfriedungen.

Abb.: Ehemaliges Feierabendhaus - Detailplan Einfriedungen

C.5.1. Einfriedungen E1, E2.1, E2.2 und E2.3 des östlichen Gartenbereichs an der Knospstraße, Hanserstraße und Berliner Platz

Als Einfriedung E1 des östlichen Gartenbereichs an der Knospstraße, Hanserstraße und Berliner Platz ist ausschließlich eine Gehölzhecke als Begrenzung des Gartenbereichs zu den Stellplätzen und zum Straßenraum „Berliner Platz“ hin zulässig.

Das mittig zum „Berliner Platz“ hin angelegte Eingangstor, eingefasst durch gebogene Mauerelemente aus Naturstein, ist zu erhalten.

Der östliche Gartenbereich wird durch eine ca. 2,20 m hohe verputzte Mauer (E2.1), Farbe … (RAL XXXX), die senkrecht zur Hanserstraße hin Bestand hat, abgeschlossen. Zwischen der Mauer E2.1 und der westlichen Grundstücksgrenze ist entlang der Hanserstraße keine Einfriedung zulässig.

Eine ca. 2,20 m hohe verputzte Mauer (E2.2), Farbe … (RAL XXXX), begrenzt im Bestand die Stellplatzfläche vor der Nordwest-Fassade des historischen Gebäudes (Teilfläche 1) zu dem Zugangsbereich des Haupteingangs des Wohnanbaus (Teilfläche 2).

Ebenfalls Bestand hat eine ca. 2,20 m hohe verputzte Mauer (E2.3), Farbe … (RAL XXXX), mit Natursteinabdeckung entlang der Straßenbegrenzungslinie der Knospstraße, ausgehend vom historischen Gebäude (Teilfläche 1) bis zur westlichen Grundstücksgrenze.

C.5.2. Einfriedung E3 an der westlichen Grundstücksgrenze entlang des Wirtschaftswegs

Die Einfriedung E3 an der westlichen Grundstücksgrenze kann wie folgt ausgeführt werden:

  • als Gehölzhecke bis 1,25 m Höhe
  • als offene Zaunanlage aus Holz, Maschendraht, Stabgitter-, Doppelstabmattenelementen ohne Sichtschutzelemente mit einer Elementhöhe von maximal 1,25 m. Die Zaunanlage kann mit einer Hainbuchenhecke bis 1,25 m Höhe kombiniert (hinterpflanzt) werden.

Als Farben für die Zaunanlagen sind braun, anthrazit, schwarz und grün zulässig.